7. Hessischer Präventionspreis

24. November 2010 | Themenbereich: Hessen, Innere Sicherheit | Drucken

„Der Wettbewerb zeigt, dass die hessischen Präventionsprojekte und damit auch die hessische Präventionsarbeit einen Spitzenplatz in Deutschland haben. Es ist schön zu sehen, wie in all diesen Projekten im Einzelnen durch innovatives, kreatives Engagement von Einzelnen unter Hinzuziehung von Vielen, sinnvolles präventives Handeln entsteht“, ließ der Hessische Integrationsminister, Jörg-Uwe Hahn, anlässlich der Verleihung des 7. Hessischen Integrationspreises heute in Wiesbaden mitteilen. Ioannis Amanatidis und Asli Bayram, beide Botschafter des Landespräventionsrates Hessen, ehrten in einer Feierstunde die vier Preisträger.

In diesem Jahr haben sich 14 Projekte an der Ausschreibung beteiligt – darunter waren pädago-gische Projekte sowie Projekte zum Schutz vor Gefahren im Internet und so manche pfiffige Idee -, die eigentlich alle einen Preis verdient hätten, so Minister Hahn weiter.

Mit 2000,- Euro wird das Projekt von „People‘ s Theater“ bedacht, das ein flächendeckendes Kompetenztraining zur Gewaltprävention an Grund- und Förderschulen in Offenbach anbietet. Hierbei geht es um die Vermittlung konstruktiver Konfliktbewältigungsstrategien, die Förderung von Selbst- und Sozialkompetenzen bei Kindern und eine stetige Wertevermittlung durch die Förderung ethischen Denkens und Handelns. Medium ist das Theaterspiel mit interaktiven Techniken. Das Projekt, das seit 2001 arbeitet, hat inzwischen 75 Prozent der Offenbacher Grund- und Förderschulen erreicht. www.peoples-theater.de
Mit 1.500,– Euro wurde das „Projekt Parkstraße“ des Arbeitskreises Asyl der Gemeinde Lohfelden und das Projekt „Bus & Bahn-Begleiter“ der Kreis-Verkehrs-Gesellschaft Offenbach mbH prämiert.

Das „Projekt Parkstraße“: Der Arbeitskreis, dem der Landkreis Kassel, der Arbeiter-Samariter-Bund, die Polizei, die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH Hessen, der Lohfelder Ausländerbeirat und die evangelische Kirchengemeinde angehören, fördert Begegnungen und gegen-seitige Akzeptanz sowie die Gestaltung des Zusammenlebens in der Parkstraße im Ortsteil Ochshausen der Gemeinde Lohfelden, in der weit überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationshintergrund, als Asylberechtigte oder als Asylbewerber leben. Darüber hinaus werden Hausbesuche und Sprechstunden sowie Sprachkurse angeboten und die Beziehung in Nachbar-schaftsfesten verfestigt. www.lohfelden.de

Das Projekt „Bus & Bahn-Begleiter“ der Kreis-Verkehrs-Gesellschaft Offenbach mbH: Hier werden mit Unterstützung des Kreises Offenbach Schülerinnen und Schüler der Städte und Gemeinden des Kreises durch eine Fachkraft zu Bus- und Bahnbegleitern ausgebildet, wobei es vor allem darum geht, sich in der Einübung des Erkennens und Einschätzens von Situationen, die sich zu Konflikten aufbauen können, zu qualifizieren. Dadurch sollen Konflikte bereits in einem sehr frühen Stadium durch handlungsorientierte Verhaltensweisen deeskaliert werden. Bis Ende des Jahres sind bis zu 500 junge Menschen in den 13 Städten und Gemeinden im Landkreis Offenbach zu Busbegleiterinnen und Busbegleitern ausgebildet worden. www.kvg-offenbach.de
Das Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen“ wird ebenfalls ausgezeichnet, erhält jedoch, da es vom Hessischen Kultusministerium ins Leben gerufen wurde, kein Preisgeld.

Bei dem Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD) werden Schulen bei der Weiterentwicklung und Implementierung gewaltpräventiver und demokratiepädagogischer Prog-ramme flächendeckend beraten. Inhaltlich und organisatorisch werden drei Projektbereiche integriert, deren Angebote aufeinander abgestimmt sind: „Mediation und Partizipation“, „Buddy-Projekt“ (Peergroup-Education) und „Prävention im Team“ (PiT) Hessen. Das Projekt bietet ein breit aufeinander abgestimmtes Konzept von Fortbildung, Beratungen bei der schulischen Umsetzung und Weiterentwicklung der jeweiligen Schwerpunkte sowie die Unterstützung des Austauschs und der Kooperation der Schulen untereinander. Dieses Projekt ist durch die Unfall-kasse Hessen zertifiziert und durch das Institut für internationale pädagogische Forschung (DIPF), die Humboldt-Universität Berlin sowie die Universität Marburg evaluiert. www.gud.bildung.hessen.de
„Prävention ist ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der Kriminalität, aber auch zur Stärkung von Eigenverantwortung und Gemeinsinn“, betonte Minister Hahn abschließend.

Mit dem erstmals vor 14 Jahren vergebenen Hessischen Präventionspreis sollen kriminalprä-ventive Projekte in Hessen unterstützt werden, die Vorbildfunktion besitzen und von Präventi-onsgremien zur Bewältigung bei übereinstimmenden Problemlagen übernommen werden kön-nen. Daraus folgt, dass sich die Projekte im Durchführungsstadium befinden müssen, damit nicht nur auf ihre Konzeption, sondern auch auf ihre Erfahrungen und Ergebnisse zurückgegriffen werden kann.

Für den alle zwei Jahre zu vergebenden Präventionspreis hat in diesem Jahr die SEB Bank AG das Preisgeld zur Verfügung gestellt.