Bilanz der Motorradsaison 2010

22. November 2010 | Themenbereich: Aktuell | Drucken

„Die Zahl der Motorradunfälle ist in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um 13,7 Prozent von 3.859 auf 3.329 zurückgegangen. Aber es sind mehr Motorradfahrer als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres ums Leben gekommen. Wir werden daher weiter gegen rasende Motorradfahrer konsequent vorgehen.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech am Montag, 22. November 2010, in Stuttgart zum Abschluss der Motorradsaison.

„Fast jeder vierte Verkehrstote (bisher 415) im Land war mit einem Motorrad unterwegs, obwohl Motorradfahrer eine deutlich geringere Jahresfahrleistung aufweisen als beispielsweise Pkw-Fahrer“, sagte Rech. Die Vermutung vieler Motorradfahrer, dass häufig die anderen Verkehrsteilnehmer schuld an den Unfällen seien, stimme auch nicht. Von bisher 102 (Vorjahr: 96) tödlich verletzten Motorradfahrern hätten 68 (oder 66 Prozent) den Unfall selbst verursacht. Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden, die von einem Motorradfahrer verursacht worden seien, sei mit einem Anteil von 45 Prozent (789 Unfälle) nicht angepasste und überhöhte Geschwindigkeit gewesen. Bei den tödlichen Verkehrsunfällen habe der Anteil sogar 58 Prozent betragen. „Hier werden und müssen wir im kommenden Jahr mit konsequenten Geschwindigkeitskontrollen ansetzen“, sagte der Innenminister.

Die Auswertung der diesjährigen Kontrollergebnisse bestätige den Trend, dass Motorradfahrer schneller als erlaubt fahren. Von nahezu 12.000 kontrollierten Motorradfahrern seien 1.744 wegen eines Geschwindigkeitsverstoßes beanstandet worden. Dies seien zwar 5,4 Prozent (Vorjahr 1.843) weniger als im Jahr 2009, aber die Zahl der Verstöße mit einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 40 Kilometer pro Stunde sei von 170 auf 194 gestiegen (+ 14,12 Prozent). „Diese rasenden Motorradfahrer bringen sich selbst und andere in Gefahr und das schöne Hobby in Verruf“, sagte der Innenminister. In Balingen sei im August ein Motorradfahrer an einem Samstag zweimal mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit angetroffen worden. Er habe sein Motorrad dann erst am Montag wieder abholen können. „Auch damit müssen Unbelehrbare rechnen“, betonte der Innenminister.

Bei der Bekämpfung der Motorradunfälle sei dennoch viel erreicht worden. Die Zahl der Motorradunfälle sei rückläufig, und weitere Unfallstrecken seien baulich entschärft und sicherer gemacht worden. Leider sei jedoch das Ziel nicht erreicht worden, tödliche Motorradunfälle deutlich zu reduzieren.

Die Polizei setze nicht nur auf Kontrollen, sondern auch auf gezielte Information der Motorradfahrer und anderer Verkehrsteilnehmer. So hätten sich die vielen regionalen Aufklärungsveranstaltungen der Verkehrsicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR zu Beginn der Motorradsaison mittlerweile im Terminkalender der Motorradfahrer etabliert. Auch der erstmals landesweit durchgeführte Bikertag 2010 in Malmsheim sei mit über 6.000 Motorradfahrern ein Erfolg für die Verkehrssicherheit. Er werde auch im Jahr 2011 wieder stattfinden. „Die vielen positiven und interessanten Gespräche zwischen Motorradfahrern und der Polizei haben sicherlich zum gegenseitigen Verständnis und beim einen oder anderen Besucher zu einer positiven Veränderung seines Fahrstils beigetragen. Es ist aber zwingend erforderlich, den Dialog für mehr Vernunft und damit auch für mehr Verkehrssicherheit fortzuführen“, kündigte Rech an.