Castor 2010: Polizisten sind sauer

18. November 2010 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Viele Kolleginnen und Kollegen sind sauer: Einsatzzeiten von mehr als 30 Stunden, unzureichende Versorgung und Verrichten der Notdurft unter dem Gejohle der Demonstranten. Das sind die schwerwiegendsten Vorwürfe. Landesvorsitzender Thomas Kliewer: „Der Castor ist ein ätzender Einsatz. Das ist schon die richtige Einschätzung der Gesamteinsatzleitung. Doch was dieses Jahr passierte, lässt viele Kolleginnen und Kollegen richtig sauer werden. Viele waren mehr als 30 Stunden am Stück im Einsatz, hetzten von Blockade zu Blockade. Und das bei Temperaturen nachts unter Null Grad, ohne Möglichkeit sich aufzuwärmen. Dazu eine unzureichende Versorgung der Kräfte vor Ort mit Essen und Trinken. Lunchpakete mussten teilweise zwei Tage reichen. Das Schlimmste aber war, dass unsere Polizistinnen ihre Notdurft im Wald an den Schienen verrichten mussten. Es gab keine mobilen Toiletten vor Ort. Unter dem Gejohle der Demonstranten, von Handykameras gefilmt und mit der ständigen Sorge, aus dem Wald heraus auch angegriffen zu werden. Da bleibt die Menschenwürde auf der Strecke! Das machen wir nicht mehr mit.“

Die Atomkraftgegner haben in diesem Jahr bewusst und erfolgreich die Versorgungswege der Polizei blockiert. Bei aller Kritik an dieser grenzwertigen Form des Demonstrationsrechts scheiterte hier die Taktik der Polizeieinsatzleitung zu Lasten der Kolleginnen und Kollegen auf ganzer Linie!

„Viele Kolleginnen und Kollegen waren am Rand der totalen Erschöpfung, dehydriert und übermüdet und sind nach dem Einsatz erkrankt. Das muss dringend aufgearbeitet werden!“, so Thomas Kliewer weiter. Die DPolG wird dazu zeitnah Gespräche mit der Einsatzleitung und Innenminister Schünemann führen.