Castor-Einsatz: DPolG kritisiert Organisationsdesaster

17. November 2010 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) kritisiert die Organisation beim Schutz des Castor-Transports nach Gorleben. Der Bundesvorsitzende Rainer Wendt sagte, er hätte ein derartiges Organisationsdesaster noch nicht erlebt. Wendt bemängelte, dass es bei dem Castor-Einsatz keine mobilen Toiletten gab und die Versorgung mit Essen und Trinken nicht geklappt hätte.

„Die beteiligten Beamten sind stinksauer über die unzumutbaren Umstände des Castor-Einsatzes“, sagte Wendt, der Neuen Osnabrücker Zeitung. Nicht nur bei der Polizei in Niedersachsen brodele es gewaltig. „Uns erreichen immer mehr Proteste, gerade von Polizistinnen“, sagte er.

Wendt kritisierte, ein derartiges Organisationsdesaster wie in Gorleben habe er noch nicht erlebt.

„Polizistinnen mussten ihre Notdurft öffentlich verrichten und sich dabei mit Handykameras von Demonstranten filmen lassen, weil es nur vereinzelt mobile Toiletten gab“. Auch die Verpflegung mit Essen und Trinken habe nicht geklappt, weil die Traktoren der Demonstranten die Versorgung praktisch lahmgelegt hätten. Zum Teil hätten die Beamten bis Montag mit ihren Lunchpaketen vom Samstag auskommen müssen. Diese „Riesensauerei“ dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben. Im Wendland sollten Traktoren künftig vor dem Castor-Transport sichergestellt werden, um Straßenblockaden zu verhindern.