10 Jahre Gemeinsame Fahndungsgruppe Autobahn (GFA)

16. November 2010 | Themenbereich: Bundespolizei | Drucken

Am 15. November 2000 haben die damalige Verkehrspolizeidirektion Schleswig-Holstein, das damalige Bundesgrenzschutzamt Flensburg und das Hauptzollamt Kiel eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität geschlossen. Eine damals neue Form der Kooperation, die als Ausgleichsmaßnahme im Vorgriff auf den Wegfall der stationären Grenzkontrollen an der deutsch-dänischen Landgrenze am 25. März 2001 erforderlich wurde. Ziel der Kooperation ist bis heute die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität sowie die Abwehr von Gefahren im Grenzraum.

Die gemeinsame Fahndungsgruppe Autobahn besteht aus Beamten der Landespolizei, der Bundespolizei und des Zolls. Jede Behörde wird im Rahmen ihrer originären Aufgabe tätig, die Ressourcen werden gebündelt eingesetzt. Wie der Name schon verrät, fahnden die Beamten in gemischten Streifen entlang der BAB 7 nach möglichen Straftätern oder nach per Haftbefehl gesuchten Personen. Dabei decken sie vor allem Straftaten mit Grenzbezug auf, vereiteln Schleusungen und Drogentransporte.

Einige spektakuläre Aufgriffe der GFA der letzten Jahre:

Am 27.03.2007 vereitelten die Beamten eine Großschleusung von 26 Irakern im Alter von 16 bis 37 Jahren. Die Personen sollten in einem geschlossenen Iveco Kastenwagen von zwei mutmaßlichen Schleusern nach Skandinavien gebracht werden. Die Schleuser wurden zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt.

Am 04.11.2007 konnten die Fahnder eine Großschleusung auf der BAB 7 verhindern. Auf dem Rastplatz Hüttener Berg stellten sie 22 irakische Flüchtlinge (18 Männer und eine Frau mit drei Kindern) in einem Ford Transit fest. Auch diese Personen waren auf dem Weg nach Skandinavien.

Am 01.11.2008 stellten sie in Höhe Schleswig einen offensichtlich schwer beladenen Kleintransporter mit schwedischen Kennzeichen fest. Bei der Kontrolle wurden 31 Iraker aufgegriffen, die ohne Haltevorrichtungen eingepfercht auf der Ladefläche transportiert wurden. Die beiden 49 und 54-jährigen Schleuser wurden zu Haftstrafen von dreieinhalb Jahren bzw. zwei Jahre und drei Monate verurteilt.

Die Kaudroge Khat, die in Afrika angebaut und von Somaliern in Skandinavien konsumiert wird, nimmt ihren Transportweg durch Schleswig-Holstein. Auch hier konnte die Fahndungsgruppe beachtliche Erfolge vorweisen. Waren es im Jahr 2007 mehr als 5 Tonnen der sichergestellten Droge, so konnten im darauffolgenden Jahr schon mehr als 8 Tonnen beschlagnahmt werden. Es wurden außerdem 130 kg Haschisch aus dem Verkehr gezogen. Im Februar 2010 ereignete sich der bis dahin größte Fall. In einem Iveco Kastenwagen wurden insgesamt 227 Säcke Khat mit einem Gesamtgewicht von mehr 2,6 Tonnen sichergestellt.

In diesem Jahr konnten weitere 5 Drogentransporte verhindert werden. Fazit: weitere 2 800 kg der Kaudroge Khat erreichten Skandinavien nicht.

Die Erfolgsstatistik ist bemerkenswert! Die Beamten griffen in den vereitelten Schleusungen mehr als 300 Flüchtlinge auf. Sie stellten 23 hochwertige gestohlene Fahrzeuge im Gesamtwert ca. 1 Mio. Euro und 35 gestohlene Außenbordmotoren sicher. Zudem wurden 16 Schusswaffen aus dem Verkehr gezogen. Im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität beschlagnahmten die Fahnder in den letzten zehn Jahren mehr als 38 Tonnen Khat, 210 kg Haschisch und 26 Kg Marihuana, 12 kg Kokain, 15 kg Heroin , 11 kg Amphetamin und sie vollstreckten zahlreiche nationale sowie europäische Haftbefehle. Weiterhin wurden über 300 000 unversteuerte Zigaretten beschlagnahmt. Neben der Fahndungstätigkeit wurden zahlreiche Verkehrsteilnehmer kontrolliert, die unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln standen, was zur Folge hatte, dass ihnen Blutproben entnommen und die Führerscheine beschlagnahmt wurden.

Die Gemeinsame Fahndungsgruppe Autobahn (GFA), heute besetzt mit Beamten der Polizeidirektion Flensburg, der Bundespolizeiinspektion Flensburg und des Hauptzollamtes Kiel, blickt somit zurück auf zehn sehr erfolgreiche Jahre der Zusammenarbeit in der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Polizeidirektion Flensburg, der Bundespolizeiinspektion Flensburg und des Hauptzolamtes Kiel