Schleuser, Passfälscher und vollstreckte Haftbefehle

15. November 2010 | Themenbereich: Bayern, Bundespolizei | Drucken

Das vergangene Wochenende war für die Bundespolizei am Flughafen wieder sehr arbeitsreich. Bereits am Freitag (12. November) versuchte eine 24-jährige Türkin aus Bursa in München illegal einzureisen. Bundespolizisten stellten bei der Kontrolle ihres echten Reisepasses ein gefälschtes französisches Visum fest. Die Frau bestritt jegliche Fälschung. Nach Rücksprache mit ihrem Anwalt stellte sie ein Asylbegehren. Sie muss sich nun wegen Verdachts der Urkundenfälschung verantworten, durfte aber in die zuständige Aufnahmeeinrichtung in München weiterreisen.

Relativ schnell durfte ein 58-jähriger Deutscher seine unterbrochene Reise fortsetzen. Bei seiner Ankunft aus Atlanta am Freitag (12.November) stellten die kontrollierenden Beamten einen Vollstreckungshaftbefehl wegen Insolvenzverschleppung fest. Erst nachdem der Bruder des Verurteilten die ausstehende Geldstrafe in Höhe von knapp 5000 Euro auf der Wache bezahlt hatte, durfte dieser die Grenzkontrolle als freier Mann passieren.

Am Samstag (13. November) stellten Bundespolizisten eine 30-jährige afghanische Staatsangehörige fest, die aus Athen kommend in München einreisen wollte. Der vorgelegte chinesische Reisepass gehörte jedoch offensichtlich nicht der zur Kontrolle erschienenen Frau. Außerdem waren die im Pass befindlichen Visa verfälscht worden. Die Beamten zeigten die Afghanin wegen des Verdachts des Ausweismissbrauches und der Urkundenfälschung sowie der unerlaubten Einreise an. Die junge Frau verbleibt vorerst im Polizeigewahrsam.

Für einen 21-jährigen Algerier endete am Samstag (13.November) die Reise aus Athen ebenfalls bei der Bundespolizei am Flughafen München. Der Mann hatte bei seiner Kontrolle einen tschechischen Personalausweis vorgezeigt, der auf eine andere Person ausgestellt war. Bei seiner Durchsuchung kam auch noch ein französischer Personalausweis zutage, der gefälscht war. Der Afrikaner hat sich damit des Ausweismissbrauchs sowie des Verschaffens von falschen amtlichen Ausweisen und der unerlaubten Einreise schuldig gemacht. Die Bereitschaftsrichterin verfügte, dass der Algerier dem zuständigen Amtsgericht Erding zur Sicherung der Zurückschiebung vorgeführt wird.

Ähnlich erging es am Sonntag (14. November) einem Flugreisenden, dessen Identität immer noch nicht geklärt ist. Den bulgarischen Personalausweis, den er vorlegte, enttarnten die Beamten der Bundespolizei als Fälschung. Somit war für den Mann, der aus Athen gekommen war, ebenfalls in München die Reise zu Ende. Bei der Vernehmung beharrte der Unbekannte darauf, dass es sich um seinen Ausweis mit seinen Personalien handelte. Der Bereitschaftsstaatsanwalt ordnete die vorläufige Festnahme an, um so schnell wie möglich Antrag auf Untersuchungshaft stellen zu können.

Ganz dumm lief es am Sonntag (14.November) für einen 31-jährigen Deutschen, der drei iranische Staatsangehörige aus Athen ohne erforderliche Dokumente nach Deutschland einschleusen wollte. Alle vier Personen fielen bei der Kontrolle der Bundespolizei auf. Die 51-, 19- und 6-jährigen Iraner gaben an, von dem Deutschen in Athen in einem Hotel abgeholt und nach München gebracht worden zu sein. Die Geschleusten sollen dafür ihren Angaben zufolge pro Person 8000 US-Dollar bezahlt haben. Der mutmaßliche Schleuser verweigerte bei der Bundespolizei jede Aussage. Die Beamten nahmen ihn wegen Verdachts der Einschleusung von Ausländern vorläufig fest. Der Mann wird nun einem Haftrichter vorgeführt. Die drei Iraner wurden an die zuständige Behörde in München weitergeleitet.