Kriminelle Großfamilien stoppen, behördliche Maßnahmen

12. November 2010 | Themenbereich: Berlin, Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Eine Schießerei in Neukölln mit zwei Verletzten, in die Angehörige einer kriminellen Großfamilie verwickelt sein sollen, hat die DPolG erneut veranlasst, auf die hohe Gefährlichkeit krimineller Großfamilien hinzuweisen. Der Landesvorsitzende der DPolG (Deutsche Polizeigewerkschaft) Berlin: „Die kriminellen Großfamilien beweisen ständig, dass ihnen deutsches Recht völlig egal ist. Der Staat und die Politik müssen sofort reagieren. Neben der guten Vernetzung von Polizei und Justiz müssen alle beteiligten Behörden an einen Tisch. Dazu gehören die Gewerbeämter genauso wie die Sozialämter und die Steuerfahndung.“

Bei Angehörigen krimineller Großfamilien sind 100 – 300 Straftaten je Täter nicht ungewöhnlich. Diese Taten verursachen in Berlin jährlich Millionenschäden und sind hoch sozialschädlich. Außerdem verbreiten sie in ihrem Umfeld regelmäßig Angst durch Einschüchterung von Anwohnern und Zeugen. Das Landeskriminalamt ermittelt mit Experten in einem sehr schwierigen Bereich, da die Clanstrukturen mit einer deutlichen Abschottung nach außen verbunden sind. Darum hält die DPolG eine eindeutige politische Positionierung aller Parteien und eine Task Force aus den verschiedenen Verwaltungen für notwendig.

Bodo Pfalzgraf: „Egal ob staatliche Transferleistungen, die Erteilung einer Gewerbeerlaubnis oder die Versteuerung illegaler Gewinne – diese Banden müssen merken, dass es der Staat ernst meint!“