Professionelle Bewältigung eines Einsatzes

11. November 2010 | Themenbereich: Polizei, Sachsen-Anhalt | Drucken

Innenminister Holger Hövelmann (SPD) hat heute den in der Nacht von ihrem Einsatz beim Castortransport zurückgekehrten sachsen-anhaltischen Polizeibeamtinnen und -beamten für ihre Arbeit gedankt. „Jedem unserer Polizisten wurde bei diesem Einsatz physisch und psychisch alles abverlangt. Die von unserer Landespolizei gezeigte Professionalität, das Augenmaß und die Bereitschaft, bis an die Grenzen der Belastbarkeit zu gehen, verdienen meinen höchsten Respekt“, schrieb Hövelmann an die beteiligten Polizistinnen und Polizisten.

Angesichts der zahlreichen Protestaktionen und Störversuche sprach Hövelmann von „schwierigsten Bedingungen“ für die Beamten. „Die Sicherheit des Transports und das Versammlungsrecht der Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen zu gewährleisten, stellte die Kräfte vor ganz besondere Herausforderungen“, so der Innenminister in seinem Dankschreiben.

Hövelmann äußerte sich zudem heute in Magdeburg auch zur Frage künftiger Atomtransporte. „Der Einsatz im Wendland hat die ganze Problematik der polizeilichen Sicherung von Castor-Transporten offen gelegt. Rund um den Castor mussten nach der Entscheidung des Bundestages zur Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke mehr Polizeibeamte eingesetzt werden als je zuvor. Die Transporte können nur gegen massiven Widerstand aus der Bevölkerung durchgesetzt werden. Es ist aber unmöglich, gegen diesen Widerstand die Zahl der eingesetzten Beamten einfach immer höher zu schrauben“, sagte Hövelmann. „Für die innere Sicherheit und für den sozialen Frieden ist die Aufkündigung des Atomkompromisses durch die Bundesregierung eine falsche Entscheidung gewesen.“

Bei der Absicherung des Castor-Transports kamen insgesamt rund 540 Polizisten aus Sachsen-Anhalt zum Einsatz. Etwa 390 Beamte der Landesbereitschaftspolizei waren seit Freitag vergangener Woche im Einsatz. Aufgrund weiterer Kräfteanforderungen des Landes Niedersachsen waren am Sonntag weitere 150 Polizeibeamte aus allen Polizeidirektionen des Landes zusammengezogen und zur Unterstützung nach Gorleben entsandt worden. Seit letzter Nacht sind alle Kolleginnen und Kollegen wieder in ihre Heimatdienststellen zurückgekehrt. Durch Straftaten verletzte Polizeibeamte gab es für die Landespolizei Sachsen-Anhalt nicht zu beklagen.