Gewaltprävention bei Fußballspielen verbessern

8. November 2010 | Themenbereich: Bremen | Drucken

Auf Initiative Bremens hat sich die Sportministerkonferenz in Plön (vom 4. bis 5. November) für eine verbesserte Gewaltprävention im Zusammenhang mit Fußballspielen ausgesprochen. „Die Gewaltbereitschaft bei Spielen auch unterhalb der Profi-Ligen nimmt kontinuierlich zu“, sagte Bremens Innen- und Sportsenator Ulrich Mäurer auf der 34. Sportministerkonferenz. Die Anreisewege von Fangruppen und die so genannten Ultra-Gruppierungen müssten genauer in den Blick genommen werden. Die Ultra-Gruppen akzeptierten Schlägereien und Krawalle als Mittel der Auseinandersetzung mit gegnerischen Fan-Gruppen.
Das Land Bremen hat im Kreise der Länderminister die Federführung des Themas „Gewalterscheinungen im Zusammenhang mit Fußballspielen“ übernommen.

„Wir brauchen schnellstmöglich neue Konzepte, um auf die zunehmende Gewalt bei Fußballspielen wirksam reagieren zu können“, warb Senator Mäurer im Kreise seiner Kolleginnen und Kollegen. Das ursprünglich 1992 beschlossene „Nationale Konzept Sport und Sicherheit“ müsse daher dringend überarbeitet werden. Dies sei Aufgabe des „Nationalen Ausschusses für Sport und Sicherheit“, ein bundesweites, ressortübergreifendes Gremium mit Polizeiexperten des Bundes und der Länder und Vertretern des Deutsche Fußballbund (DFB), des Deutschen Olympische Sportbund (DOSB), des Deutschen Städtetags sowie von Fachministerien aus den Bereichen Jugend, Sport und Verkehr. Bremen hat sich bereit erklärt die Bundesländer über die Sportministerkonferenz der Länder in diesem Gremium zu vertreten.

Die Sportministerkonferenz begrüßt, dass der Deutsche Fußballbund (DFB) seinen Zuschuss für die Finanzierung von Fanprojekten auf inzwischen 60.000 Euro für jedes Projekt im Jahr erhöht hat. Obwohl Fanprojekte von Ländern, Kommunen und dem Deutschen Fußballbund zu jeweils einem Drittel finanziert werden, bittet die Sportministerkonferenz den DFB, seinen Anteil bei der Gründung neuer oder bei der finanziellen Aufstockung bestehender Fan-Projekte nicht abzusenken, auch wenn andere Partner einen geringeren Anteil erbringen. Mäurer wies auf die in den vergangenen Jahren erheblich gestiegenen Ausgaben und Aufwendungen der Länder und Kommunen für die öffentliche Sicherheit im Zusammenhang mit Fußballspielen hin. „Die öffentliche Hand erbringt durch die Übernahme der polizeilichen Einsatzkosten bereits erhebliche Leistungen, damit es im Umfeld von Fußballspielen friedlich zu geht“, sagte Mäurer auf der Konferenz.

Senator Mäurer kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der Deutsche Fußballbund und die Deutsche Fußball Liga offensichtlich nicht bereit seien, schon im kommenden Jahr das gesamte Wochenende um den 1. Mai spielfrei zu stellen. „Die Polizeien der Länder und die Bundespolizei werden in diesen Tagen bereits durch andere Einsätze in erheblichem Umfang in Anspruch genommen“, sagte Mäurer. Er forderte den DFB und die DFL auf, die Belange der Polizei bei der Erstellung des Spielplans noch stärker zu berücksichtigen.