Al Kaida zeigt Sicherheitslücke auf

5. November 2010 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Das Terrorpaket kommt per Luftfracht „Al Kaida hat mit dem Verschicken von Paketbomben per Luftfracht eine offene Flanke des internationalen Sicherheitsgebäudes identifiziert und griechische Extremisten haben in Trittbrettfahrer-Manier einen Weg ins Bundeskanzleramt gefunden“, ist die Einschätzung des BDK-Bundesvorsitzenden Klaus Jansen zu den Funden der Paketbomben. Flüssigkeiten, Cremes und Pasten von mehr als 100 ml dürfen aus Sicherheitsgründen (mögliche Brand- oder Sprengstoffpakete) nicht im Handgepäck eines Passagierflugzeuges transportiert werden. „Unter dem Aspekt, dass diese Reglementierungen mit hohem technischen, personellen und finanziellen Aufwand überwacht werden, ist der gleichzeitig stattfindende Transport unkontrollierter Fracht in Passagierflugzeugen kaum zu glauben“, kritisiert der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen diese Verfahrensweise.

„Die Passagiere sollen durch den Nacktscanner laufen und die Paketbomben gelangen ungeprüft in den Frachtraum. Das passt nicht zusammen“, ist die eindeutige Meinung des BDK-Bundesvorsitzenden Klaus Jansen.

„Diese festgestellte Sicherheitslücke ist Indiz dafür, dass die Bundesrepublik dringend die Entwicklung einer nationalen Terrorismus-Bekämpfungsstrategie aus einer Hand benötigt“, resümiert der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen und fordert eine ganzheitliche Bedrohungsanalyse des internationalen Terrorismus.

Die derzeitig tagende Werthebach-Kommission hat die Evaluation der Organisationen von Bundespolizei, Zoll und Bundeskriminalamt zum Auftrag. Die Bekämpfung des internationalen Terrorismus als Aufgabenstellung der Sicherheitsbehörden ist hierbei ein zentraler Punkt.

„Am Ende der Untersuchungen sollte ein Organisationsvorschlag gemacht werden, der die kriminalpolizeilichen Ermittlungsdienststellen des Bundes von Bundespolizei, Zoll und Bundeskriminalamt in eine Kriminalpolizei des Bundes zusammenfasst und damit auch die Schnittstelle zur internationalen Dimension der Kriminalitätsbekämpfung bestimmt“, ist die Forderung des BDK-Bundesvorsitzenden Klaus Jansen.