Udo Münch ist neuer Landespolizeipräsident

3. November 2010 | Themenbereich: Hessen, Polizei | Drucken

Der bisherige Inspekteur der hessischen Polizei, Udo Münch, ist neuer Landespolizeipräsident. Dies beschloss die Hessische Landesregierung am Dienstagabend auf Vorschlag von Innenminister Boris Rhein. Münch wird sofort sein neues Amt antreten und den bisherigen Landespolizeipräsidenten Norbert Nedela ablösen. In der gleichen Sitzung des Kabinetts wurde Nedela in den einstweiligen Ruhestand versetzt*. Diese Entscheidung sei, so der Minister, wegen Differenzen in Fragen der Führung der hessischen Polizei erforderlich gewesen. „Norbert Nedela hat allerdings auch Verdienste um die hessische Polizei erworben. Das steht völlig außer Frage“, so der Minister, und weiter: „Für die dem Land Hessen geleisteten Dienste gebührt ihm der Dank der Hessischen Landesregierung.“

„Mit Udo Münch“, so Minister Boris Rhein weiter, „habe ich eine herausragende Führungspersönlichkeit gewinnen können, die durch seinen fairen und menschlichen Führungsstil bekannt ist und durch seine positive Grundhaltung der gesamten hessischen Polizei gut tun wird. Der neue Landespolizeipräsident hat nicht den Auftrag, die hessische Polizei neu zu erfinden. Er wird aber die Führungskultur innerhalb der Polizei neu definieren.“

Udo Münch kann in seinem bisherigen polizeilichen Leben auf eine beispielhafte Laufbahn zurückblicken. Nach dem Abitur im Jahr 1975 trat er in die Hessische Bereitschaftspolizei ein. Von dort aus ging es 1981 zum Studium für den gehobenen Polizeivollzugsdienst an der Verwaltungsfachhochschule, Fachbereich Polizei. Nach Abschluss des Studiums war Münch als Zugführer im Technischen Zug der I. Bereitschaftspolizeiabteilung in Mainz-Kastel tätig.

Nach der Ausbildung für den höheren Polizeivollzugsdienst an der Polizeiakademie Münster-Hiltrup war Udo Münch als Fachgruppenleiter für Einsatz- und Führungslehre für die Fortbildung der hessischen Polizei verantwortlich. 1992 wurde er Abteilungsleiter Technik an der Hessischen Polizeischule und wechselte 1994 als Dozent für Einsatz-, Führungs- und Verkehrslehre zur Verwaltungsfachhochschule. 1997 wurde Münch Leiter des Fachbereichs Polizei der Verwaltungsfachhochschule und im Januar 2000 erfolgte seine Bestellung zum Rektor. In der Zeit an der Verwaltungsfachhochschule prägte er die Entwicklung der Ausbildung des polizeilichen Nachwuchses in Hessen entscheidend. 2003 übernahm Udo Münch die Leitung des Referates Finanzen, Liegenschaften und Organisation im Landespolizeipräsidium bevor er kommissarisch die Funktion des Vizepräsidenten im Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung übernahm.

Im Mai 2006 wurde Udo Münch zum Inspekteur der hessischen Polizei ernannt. Er hat sich nie gescheut, neue und anspruchsvolle Herausforderungen anzunehmen. Als Inspekteur der hessischen Polizei trug er die Verantwortung für die Arbeitsbereiche polizeilicher Einsatz und Strategie und deckte überaus erfolgreich einen Großteil der über das Landespolizeipräsidium zu regelnden Polizeiarbeit des Landes Hessen ab.

Mit der Ernennung zum Landespolizeipräsidenten übernimmt Udo Münch eine wichtige strategische Steuerungsinstanz im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport. Vom Rechtsstatus her nimmt das Landespolizeipräsidium als Abteilung des Ministeriums des Innern und für Sport die Aufgaben der obersten Polizeibehörde wahr.

Dabei handelt es sich insbesondere um

– Grundsatz- und Einsatzangelegenheiten der Polizei,

– Dienst- und Fachaufsicht über die nachgeordneten Dienststellen,

– Angelegenheiten der Organisation und des Haushalts der Polizei,

– Personal-, Rechts- und Ausbildungsangelegenheiten der Polizei und

– das Lagezentrum der hessischen Landesregierung

Der Landespolizeipräsident hat die Aufgabe, das Landespolizeipräsidium zu führen. Ihm zur Seite steht ein Vizepräsident mit eigenen Aufgabenfeldern. Sie haben für die fast 19.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hessischen Polizei die strategische Führung inne.

*Gem. § 30 Abs. 1 Beamtenstatusgesetz (hier i. V. m. § 57 Nr. 5 HBG) können politische Beamte jederzeit in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden.