JVA Aachen kommt nicht aus den Schlagzeilen

25. Oktober 2010 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen, Strafvollzug | Drucken

Nach Presseberichten wurde ein Vollzugsbediensteter der Justizvollzugsanstalt Aachen von einem Gefangenen angegriffen und mit einem Gegenstand am Kopf schwer verletzt. Der Bedienstete befindet sich derzeit im Krankenhaus.

Erneut ist in der Justizvollzugsanstalt Aachen ein besonderes Vorkommnis zu verzeichnen. Ein Vollzugsbediensteter wurde bei einem Angriff durch einen Gefangenen am Kopf so sehr verletzt, dass er stark blutend in ein Krankenhaus gebracht und vermutlich operiert werden muss. Nach Erkenntnissen der Presse wurde der Bedienstete durch einen Gefangenen ausländischer Herkunft mit einem Gegenstand von hinten so stark auf den Kopf geschlagen, dass er ohnmächtig zusammenbrach.

Dieser Vorfall reiht sich nun in eine Reihe mehrerer Vorkommnisse, bei denen Vollzugsbedienstete der dortigen Vollzugseinrichtung nicht unerheblich verletzt wurden.

Im November 2009 wurde bei dem Ausbruch der Gefangenen Heckhoff und Michalski ein Bediensteter massiv geschlagen und nicht unerheblich verletzt. Der Bedienstete musste im Krankenhaus behandelt werden.

Im Dezember 2009 wurden zwei Bedienstete bei einem Angriff von einem Gefangen mit einer Schere nicht unerheblich verletzt.

Im August 2010 wurden drei Bedienstete verletzt, als sie streitende Gefangene ausländische Herkunft während des Freigangs trennen wollten.

Heute nun erneut ein brutaler Übergriff mit einem verletzten Bediensteten.

Der BSBD zeigt sich beunruhigt über diese Entwicklung allein in der JVA Aachen.

Kann man nach solchen Vorkommnissen immer wieder zur Tagesordnung übergehen ohne sichtbares Handeln! Diese Frage beschäftigt viele Bedienstete im NRW-Strafvollzug.

In einer ersten Stellungnahme gegenüber der Presse wies BSBD-Landesvorsitzender Klaus Jäkel darauf hin, dass die JVA Aachen seit vielen Jahren im Brennpunkt besonderer Vorkommnisse steht. Es ist eine Tatsache, dass sich in der JVA Aachen sehr viele nicht unproblematische Gefangene befinden. Deshalb bedarf es hier auch eines besonderen Augenmerks der Justizadministration im NRW-Justizministerium auf diese JVA, die bereits in der Vergangenheit von Vollzugsinsidern als sehr problematisch dargestellt wurde. Das seinerzeitige Werthebach-Gutachten hat dazu bereits eindeutige Aussagen gemacht. „Man kann die Anstaltsleitung mit den seit Jahren bekannten Problemen in der dortigen JVA nicht alleine lassen. Bei einem kontinuierlichen Krankenstand allein unter den Bediensteten des allgemeinen Vollzugsdienstes von durchweg über 10 Prozent und einem Überstundenstand von 26.000 Stunden stimmt etwas nicht. Die Bediensteten in der JVA Aachen müssen mit ihren Sorgen und Nöten ernst genommen und nicht allein gelassen werden. Bereits ein verletzter Bediensteter ist zu viel“, so Jäkel.