Jahrzehntelange ehrenamtliche Streitschlichtung

25. Oktober 2010 | Themenbereich: Justiz, Nordrhein Westfalen | Drucken

Justiz-Staatssekretärin Dr. Brigitte Mandt hat den Schiedsleuten in Deutschland für deren jahrzehntelange engagierte Tätigkeit mit dem Ziel der außergerichtlichen Streitbeilegung gedankt. „Ihre Bereitschaft, die eigene Freizeit den Rat suchenden Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung zu stellen und mit ihnen im Interesse des Rechtsfriedens an einer einvernehmlichen Lösung zu arbeiten, ist mehr als vorbildlich“, sagte die Staatssekretärin auf dem Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen (BDS) in Bochum. Sie fügte hinzu: „Durch die hohe Vergleichsquote entlasten sie nicht nur die Justiz, sondern tragen auch zu einer weitaus höheren Identifikation der streitenden Parteien mit dem Schlichtungsergebnis bei, als dies durch eine gerichtliche Entscheidung jemals möglich wäre.“

Ausdrücklich betonte die Staatssekretärin, dass die Schiedsleute – allein in Nordrhein-Westfalen gibt es rund 1.200 – ehrenamtlich tätig sind: „Es ist gut zu erleben, dass in unserem Land durchaus noch die Bereitschaft besteht, sich ohne Gegenleistung bei hohem zeitlichen Aufwand uneigennützig für die Allgemeinheit einzusetzen. Denn wir alle wissen es: Heutzutage ist dies keineswegs mehr eine Selbstverständlichkeit.“

Der BDS helfe seit nunmehr 60 Jahren unter dem Motto „Schlichten statt Richten“, die Schiedsleute vor ihrem Amtsantritt auf Ihre Aufgabe vorzubereiten und während ihrer Amtszeit weiterzubilden, so die Staatssekretärin: „Mit einer Vielzahl Informationsangebote trägt der BDS dazu bei, dass sich die einzelnen Schiedsleute mit den Problemen, die sich in der Praxis stellen, nie allein gelassen fühlen müssen.“