Austausch von Russen und Deutschen zum Schutz vor Katastrophen

25. Oktober 2010 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz | Drucken

Zwischen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland besteht seit 1994 ein bilaterales Hilfeleistungsabkommen bei Katastrophen und schweren Unglücksfällen. Auf deutscher Seite sind neben dem Bundesministerium des Innern (BMI) auch das BBK und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) in die Zusammenarbeit eingebunden.

Das BBK als Fachbehörde des Bevölkerungsschutzes gestaltet im Auftrag des BMI diese Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen Ausbildung, Krisenmanagement, Übung und Einsatztechnik, medizinischer Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge. Zum Thema medizinischer Bevölkerungsschutz fand in Sankt Petersburg bereits ein fachlicher Austausch statt. Vergangene Woche besuchte eine Delegation aus dem BMI und dem BBK das Nationale Krisenzentrum des Russischen Ministeriums für Notfallsituationen (EMERCOM), die Moskauer Krisenmanagement Zentrale, die Akademie für Zivilschutz und Notfallmanagement sowie das Wissenschaftliche Institut zur Erforschung des Zivilschutzes und der außerordentlichen Situationen.

Im Rahmen der gegenseitigen Hilfeleistung hat Deutschland Russland bei der Bekämpfung von Waldbränden in diesem Sommer unterstützt. Dabei hat die Nationale Kontaktstelle im BBK (das Gemeinsame Melde und Lagezentrum von Bund und Ländern / GMLZ) die Ressourcen-Ermittlung und die Koordinierung der Anfragen/Angeboten in Abstimmung mit BMI und THW übernommen. Als Ergebnis wurden dann Atemschutz- und Staubschutzmasken, Tragkraftspritzen sowie Saug- und Druckschläuche zur Brandbekämpfung aus Deutschland nach Russland geliefert. Im Nachgang zur der Waldbrandkatastrophe hat das BMI 30 Angehörige von EMERCOM zur Rehabilitationsmaßnahmen nach Bayern eingeladen. In der Ortschaft Bayerisch Gmain wurden sie unter anderem vom BBK-Präsident Christoph Unger und vom Leiter der Abteilung Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz im BMI, Dr. Manfred Schmidt begrüßt. Das BBK organisierte zusammen mit dem Deutschen Feuerwehrverband (DFV) den zweiwöchigen Aufenthalt und die Betreuung der russischen Gäste. Zweck dieser Maßnahme ist, dass sich die Kollegen von EMERCOM von den Strapazen bei der Bekämpfung der Waldbrände erholen.