Tatort Internet

21. Oktober 2010 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Die öffentliche Debatte um „Tatort Internet“ auf RTL 2 hat aufgezeigt, dass im Netz Gefahren lauern, denen unsere Kinder möglicherweise allein nicht gewachsen sind.
Neben den tollen Möglichkeiten von Kommunikation, Kennenlernen, Unterhaltung, Studium, Forschung und neugieriger Entdeckungsreise können Kinder und Jugendliche auch Gefahr laufen, Opfer von Betrug, Beleidigung, Cybermobbing, sexueller Belästigung, Grooming und Erpressung zu werden.

„Das sind alles keine „Pille-Palle-Taten“ sondern Straftaten mit möglicherweise schwer traumatisierenden Folgen für die betroffenen Kinder und deren Eltern“, warnt der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen vor Verharmlosung. Ist Jugendschutz im Netz nur blanke Theorie? Der Grundsatz muss sein: Alles was in der realen Welt rechtens ist, muss auch im virtuellen Netz rechtens sein. Heißt auch, was in der realen Welt verboten ist muss im Netz verboten sein und muss entsprechend strafrechtlich verfolgt werden können.

„Hier klemmt es ganz erheblich, der Jugendliche, der sich im Kino einen Pornofilm ansehen will, muss warten bis er das 18. Lebensjahr vollendet hat, im Netz hat er sofort unbeschränkt Zugriff auf denselben Film“, gibt der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen ein Beispiel für die Diskrepanz zwischen realer Welt und Internet.

Zudem müssen Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer in die Lage versetzt werden, Kindern Hilfestellung im Netz zu leisten, Kinder müssen für Gefahrensituationen sensibilisiert werden. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die im wahrsten Sinne des Wortes von allen relevanten Gruppen, von der Politik über die Fachorganisationen der IT Wirtschaft, den Schulen, den Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche, der Polizei mit ihrem Präventionsauftrag und letztendlich allen Medienbereichen geleistet werden muss.

„Wir müssen jetzt den 8. Sinn schärfen, der auf allen Fernsehsendern wöchentlich zur besten Sendezeit Hinweise zur Internetsicherheit vermittelt, wie es ca. 40 Jahre lang der 7. Sinn zur Verkehrssicherheit getan hat“, hofft der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen auf ein Präventionsengagement der Medien.

Bernd Carstensen, Bundespressesprecher BDK