Frühe Intervention richtiger Ansatz

20. Oktober 2010 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Als grundsätzlich richtigen Ansatz wertet die GdP-NRW den Vorschlag vom Innenminister Ralf Jäger, SPD, verhaltensauffällige Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren zukünftig „pädagogisch hochintensiv“ zu betreuen. Wenn das Elternhaus, welches zunächst primär für die Erziehung verantwortlich ist, hierzu nicht in der Lage oder Willens ist, müssen andere Institutionen die Betreuung rund um die Uhr übernehmen. Hierzu bieten sich u.a. kommunale und karitative Erziehungshilfen wie Jugendgemeinschaften bzw. sozialpädagogische Lebensgemeinschaften an.
Frank Richter, GdP-Landeschef: „Der Grundstein krimineller Karrieren wird fast immer schon im Kindesalter gelegt. Wenn die Polizei Straftäter verfolgen muss, ist es meist zu spät, um noch wirksam pädagogisch auf sie einzuwirken. Daher ist es richtig bei den ersten Anzeichen auffälligen Verhaltens wie Schuldistanz (früher Schulschwänzer), Gewalttendenzen oder Bagatelldelikten auf ein pädagogisches Netzwerk zurückgreifen zu können und dies einzusetzen.“ Dabei müssten, so Richter weiter, das Elternhaus, die Schule, soziale Einrichtungen, das Jugendamt und die Jugendgerichtshilfe zur Problemlösung beitragen. Die Polizei spielt zu diesem frühen Zeitpunkt bei der Bewältigung der Probleme eher eine untergeordnete Rolle.

Der GdP-Landesvorsitzende: „Die Frage der Finanzierung solcher Netzwerke in den Kommunen darf als letztes eine Rolle spielen. Wer jetzt bei den Kosten für pädagogische Betreuung sparen will, wird später ein Vielfaches für die Folgen von Straftaten ausgeben müssen. Aus diesem Grunde hält die GdP das von Innenminister Jäger beabsichtige Konzept zur Stärkung bzw. Ausweitung dieser kommunalen Netzwerke für positiv und unterstützt dies.“ Im Focus muss aber die Erziehung und sozialpädagogische Betreuung und nicht die Sanktion (Strafen) stehen.