Neues Gebäude für DLA

18. Oktober 2010 | Themenbereich: Brandenburg, Strafvollzug | Drucken

Die Dienstleistungsabteilung (DLA), die für die Sicherheitstechnik und die Vollzugsausbildung in allen brandenburgischen Gefängnissen zentral zuständig ist sowie auf der Grundlage kriminologischer Forschung wichtige Unterstützung für die Vollzugspraxis liefert, nimmt im neuen Gebäude offiziell ihre Arbeit auf. Der moderne Dreigeschosser mit 3000 Quadratmetern Nutzfläche auf dem Gelände der JVA Brandenburg/Havel wurde in etwas mehr als einem Jahr errichtet und kostete etwa 7,5 Millionen Euro.

Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg erklärt zur der Eröffnung: „Der Neubau der DLA stellt eine symbolkräftige Fortschrittszäsur dar. Für DLA-Leiter Klaudius Leinkauf und seine 21 Mitarbeiter endet nicht nur ein 15 Jahre währendes Provisorium. Erstmals seit 2003 werden in Brandenburg wieder Bedienstete für den allgemeinen Vollzugsdienst ausgebildet. Wir brauchen dringend Nachwuchs; denn die Arbeit im Vollzug ist vielseitig und anspruchsvoll, aber auch belastend. Das Durchschnittsalter von etwa 50 Jahren muss gesenkt werden, damit der Justizvollzug in Brandenburg seine Leistungskraft nicht einbüßt. Und so wichtig auch Frauen mit ihren deeskalierenden Fähigkeiten für den Vollzug sind, der Anteil der männlichen Bediensteten muss gesteigert werden. Das sensible Arbeitsschichtsystem, das schon jetzt vor der Belastungsgrenze steht, könnte sonst gefährdet sein.“

Neben der Aus- und Fortbildung der Vollzugsbediensteten gehört der kriminologische Dienst zu den Kernaufgaben der Dienstleistungsabteilung. Die Mitarbeiter des kriminologischen Dienstes streben nach wissenschaftlicher Fortentwicklung des Strafvollzugs sowie ambulanter für Straftäter vorgesehener Maßnahmen. Dabei geht es u.a. um die Klärung folgender Fragen: Wodurch werden Straftaten im Vollzug begünstigt, und wie können sie verhindert werden? Wie lässt sich möglichst präzise die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls nach der Haftentlassung vorhersagen? Wie kann der Vollzug, auf dieser Analyse aufbauend, dem entgegensteuern. Wie kann das aus der kriminologischen Forschung gewonnene Fachwissen den Justizalltag verbessern, insbesondere unter Berücksichtigung der immer knapper werden Finanzmittel.

Schöneburg: „Das große Potential der DLA ist vermutlich noch nicht ausgeschöpft. Besonders am Herzen liegt mir die wissenschaftliche Fortentwicklung von Behandlungsmaßnahmen für Straftäter. Die Rückfallquote entlassener Gefangener ist zu hoch. Der Opferschutz kann an dieser Stelle noch deutlich verbessert werden.“

Die DLA beherbergt für den gesamten brandenburgischen Justizvollzug die Leitstelle für IT-Technik und IT-Sicherheit. Zu den Aufgaben im Bereich Informations- und Kommunikationsdienst sowie Gebäudeleit- und Sicherheitstechnik gehört u.a. die regelmäßige Kontrolle der Sicherheits- und Kommunikationstechnik einschließlich der Instandhaltung der Technik. Ferner obliegt der DLA die Schwachstellenanalyse.