Integration statt Ausgrenzung

13. Oktober 2010 | Themenbereich: Parteien, SPD | Drucken

Zu den Diskussionen um eine Deutschenfeindlichkeit an deutschen Schulen erklären der stellvertretende familienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagfraktion Sönke Rix und die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz: Es ist kein neues Phänomen, dass in Schulen mit einem erhöhten Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund auch deutsche Schüler Opfer von Ausgrenzung und Anfeindungen werdenGerade in großen Städten mit einem hohen Migrantenanteil ist dies schon länger zu beobachten. Leider rückt es erst jetzt, vor dem Hintergrund der Integrationsdebatte in den Blick der Öffentlichkeit.

Familienministerin Schröder hat jetzt festgestellt, dass dieser Zustand nicht mehr hinnehmbar ist. Wir hoffen, dass sie nun auch den zweiten Schritt macht und sich mit der Integrationsbeauftragten Frau Böhmer, der Bildungsministerin Frau Schavan und dem Finanzminister Schäuble zusammensetzt. Denn das Beispiel des „Campus Rütli“ in Berlin-Neukölln zeigt, dass es auch anders geht. Die 2006 deutschlandweit bekannt gewordene „Problemschule“ hat sich binnen weniger Jahre durch viel Engagement, verbesserte Strukturen aber auch durch Bereitstellung von finanziellen Mitteln zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt, in dem Integration durch Bildung und das Miteinander der verschiedenen Kulturen hervorragend funktionieren. Solche Modellprojekte sind allerdings nicht zum Nulltarif zu haben. Die Koalition sollte sich besser konstruktiv mit Lösungsvorschlägen befassen, anstatt nur die Zustände zu beklagen oder plakativ eine Deutschpflicht auf Schulhöfen zu fordern.