Diskussion um Äußerungen Seehofers zur Zuwanderung

12. Oktober 2010 | Themenbereich: Hessen, Innere Sicherheit | Drucken

Anlässlich der jüngsten Äußerungen von CSU-Chef Horst Seehofer forderte der Minister der Justiz, für Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn, ein abgestimmtes Einwanderungskonzept. „Die Analyse von CSU-Chef Seehofer ist richtig, manche Bevölkerungsgruppen tun sich in der Tat schwerer, sich zu integrieren als andere, aber die daraus gezogenen Schlussfolgerung sind falsch.“ Hahn erklärte weiter: „Ziel führend ist ein abgestimmtes Einwanderungskonzept, das sich an den Bedürfnissen unseres Staates orientiert. Wir sollten uns fragen, welche Menschen sind für unseren Arbeits- und Wissenschaftsmarkt und unsere Kultur gut? Welche Chancen eröffnen wir den Menschen anderer Länder, und welche Potenziale bringen diese Menschen mit? Hier handelt es sich um ein Geben und Nehmen.“
Den sich einschaltenden türkischen Gemeinden in Deutschland rief Integrationsminister Hahn zu, sie sollten vorsichtig sein bei der Vermischung von Integrations- und Einwanderungspolitik. Es sei etwas völlig anderes, wie mit den Menschen umzugehen sei, die bereits seit mehreren Generationen in Deutschland lebten und jenen, die dieses Land dauerhaft aufsuchen wollen. „Für die erste Gruppe haben wir eine Verpflichtung zur Integration, da wir diese Menschen ge-holt haben und sie nun als Teil unserer Gesellschaft anerkennen wollen. Für die zweite Gruppe soll eine klare Auswahl getroffen werden, um den unregulierten Zuzug der Vergangenheit zu beenden.“

Abschließend betonte Hahn, dass jeder Kulturkreis, ob der türkische, der arabische, der indische oder jeder andere auch Chancen biete, die eine Bereicherung für unsere Gesellschaft sein können.“ Daher verbietet sich von vornherein eine Forderung nach einem generellen Stopp des Zuzuges von Menschen aus bestimmten Herkunftsländern.“