DPolG schlägt Alarm: Mehr Unfalltote durch Gigaliner befürchtet

7. Oktober 2010 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft lehnt den für 2011 bundesweit geplanten Feldversuch mit sogenannten „Gigalinern“ ab. Die überlangen LKW sollen nach dem Willen der Bundesregierung auf ausgewählten Autobahnstrecken verkehren, um ihre Tauglichkeit für den Straßenverkehr zu testen.

DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Wir lehnen den Gebrauch solcher Gigaliner auf bundesdeutschen Straßen ab, da sie in hohem Maße die Verkehrssicherheit gefährden. Mit den neuen Riesen-LKW würde eine neue Dimension im Straßenverkehr etabliert, die andere Verkehrsteilnehmer überfordert. Heute werden Schwerlasttransporte besonders abgesichert, gekennzeichnet und von der Polizei begleitet. Beim ‚Verhalten‘ gegenüber Gigalinern wäre jedoch jeder Autofahrer sich selbst überlassen.

Unzweifelhaft würde der Einsatz von Gigalinern mehr Verkehr von der Schiene auf die Straße verlagern und damit zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führen. Viele Streckenabschnitte auf Straßen, wie Kreisverkehre, Ortsdurchfahrten oder Rastplätze, sind für diese riesigen Fahrzeuge nicht geeignet. Hinzu kommt eine hohe Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer beim Überholen vor allem auf Landstraßen. Überholvorgänge stellen ohnehin bereits eine der Hauptunfallursachen dar.“

Die DPolG appelliert dringend an die derzeit tagende Verkehrsministerkonferenz, die Pläne der Bundesregierung zu stoppen. Wendt: „Einige Bundesländer sehen die Problematik mit den Gigalinern glücklicherweise auch aus dem Blickwinkel der Verkehrssicherheit. Diese muss Vorrang vor dem Profitstreben einzelner Spediteure haben.“