Bundeswehr wuchs zur Armee der Einheit zusammen

4. Oktober 2010 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Sachsen-Anhalt | Drucken

A gestrigen Sonntag erinnerte der Staatssekretär im sachsen-anhaltischen Innenministerium, Rüdiger Erben (SPD), an der sicherheits­politischen Veranstaltung der Bundeswehr in der Harz-Kaserne in Blankenburg an die Zeit der Teilung Deutschlands und die Errungenschaft der Deutschen Einheit: „Die Teilung Deutschlands war das Ergebnis des zweiten Welt­krieges, dem die einzigartigen Verbrechen während der nati­onal­sozialistischen Diktatur voraus gegangen waren und dem eine Teilung ganz Europas folgte. Die Mauer war auch die Naht­stelle zweier hochgerüsteter politischer Systeme gewesen. Willy Brandt hatte es schon 1966 treffend gesagt: ‚Es gibt keinen Weg nach Deutschland, der an Europa vorbei führt.‘ Die Ost-West-Konfrontation wurde 1990 jedoch endlich überwunden. Dass wir Deutschen die Einheit unseres Landes in Freiheit und Frieden mit unseren Nachbarn erreicht haben, ist ein Grund zu bleibender Freude und Dankbarkeit.“

In seinem Grußwort hob Staatssekretär Erben darüber hinaus die besondere Bedeutung der Deutschen Einheit für die Bundes­­wehr hervor: „Mit dem 3. Oktober 1990 wurde nicht nur der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland vollzogen, sondern auch die Eingliederung der damaligen Nationalen Volksarmee in die Bundeswehr.“

Die Bundeswehr integrierte 3.000 Offiziere und 7.600 Unteroffiziere der ehemaligen NVA als Berufssoldaten und wuchs so in den folgenden Jahren zur Armee der Einheit zusammen, so Erben.

Doch auch die großen Reformanstrengungen, vor der die Bundeswehr gegenwärtig steht, ließ der Innenstaatssekretär in seiner Rede nicht außer Acht: „Im Zuge der Bundeswehr­struktur­reform ist deutschlandweit mit einem Abbau der Truppenstärke und Schließung von Bundeswehrstandorten zu rechnen.

Allerdings ist Sachsen-Anhalt mit drei Garnisonsstädten das Bundesland, das die geringste Anzahl an derartigen Bundeswehrstandorten aufweist. Die Stationierungsdichte, die im Bundes­durch­schnitt gegenwärtig 3,5 beträgt, beläuft sich bei uns nur auf 2,4 Dienstposten auf 1000 Einwohner. Will die Bundeswehr also ihren Anspruch auf Flächenpräsenz aufrecht erhalten, kommt eine Schließung eines Bundeswehrstand­ortes in Sachsen-Anhalt nicht in Betracht.“

In diesem Zusammenhang machte Staatssekretär Erben deutlich: „Die Bundeswehr ist in Sachsen-Anhalt in der Bevölkerung verankert. Das ist gut so und soll auch so bleiben.“