Lage in Südbrandenburg weiter kritisch

1. Oktober 2010 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz, Brandenburg | Drucken

Die Hochwasserlage im südlichen Brandenburg bleibt weiter angespannt. Zwar stagnierten Pegelstände in der Nacht oder sanken zum Teil auch, es lastet aber insbesondere auf den Deichen der Schwarzen Elster weiter ein enormer Wasserdruck, wie die Koordinierungsgruppe des Landeskata-strophenschutzstabes am Freitag in Potsdam mitteilte. Mehr als 1.200 Angehörige von Feuerwehren, Technischem Hilfswerks (THW) und Hilfsorganisationen sowie Bürgerinnen und Bürger kämpften auch in der Nacht zu Freitag weiter mit großen Einsatz gegen die Wassermassen.

Besonders betroffen ist der Landkreis Elbe-Elster. Dort kam es in der Nacht bei Uebigau-Wahrenbrück vermutlich durch einen Sielbruch zu einer Überschwemmung. Das Wasser bedroht den Ortsteil Winkel. 80 Feuerwehrleute und weitere Helfer sind im Einsatz, um die Lage zu stabilisieren. Weitere Einsatzschwerpunkte sind die Innenstadt von Bad Liebenwerda, ein Deich bei Saathain westlich von Elsterwerda sowie zwei Deichabschnitte in Herzberg.

Zwei Hubschrauber der Bundeswehr begannen am Morgen im Landkreis Elbe-Elster damit, Sandsäcke mit Außenlastbehältern an gefährdete, schwer zugängliche Deichabschnitte zu transportieren. Im Verlaufe des Vormittags werden zudem 100 Feuerangehörige aus Berlin zur Unterstützung des Hochwassereinsatzes erwartet.

Für die Schwarze Elster gilt bei stagnierenden Pegelständen weiter die höchste Hochwasseralarmstufe 4. Zahlreiche Straßen im Bereich der Schwarzen Elster sind weiter wegen Überflutungen gesperrt.

In Bad Liebenwerda und in Herzberg besteht wegen der zunehmenden Durchweichung der Deiche die Gefahr von Dammrutschungen. Im gesamten Verlauf der Schwarzen Elster mussten auch in der Nacht immer wieder Sickerstellen an den Dämmen mit Sandsäcken gesichert werden. Zum Teil mussten auch Sicherungsarbeiten an den Deichen von der Wasserseite aus mit Booten vorgenommen werden. Helfer wurden immer wieder durch Schaulustige behindert. Am Donnerstagabend musste die Polizei mehrfach eingreifen, um Einsatzkräften den Weg freizumachen

An Spree und Neiße trat eine leichte Entspannung der Lage ein. Am Pegel Spremberg sank der Wasserstand der Spree unter die Marke für die Alarmstufe 4. Für Cottbus gilt die Alarmstufe 1. Der Pegel der Spree steht dort in etwa gleichbleibend bei 2,50 Meter. Die Pegelstände der Neiße bewegten sich am Morgen (06.00 Uhr) im Bereich der Werte für die Alarmstufe 2.