Europaweite Durchsuchungsaktion wegen „Telefonabzocke“

1. Oktober 2010 | Themenbereich: Kriminalität | Drucken

Im Kampf gegen die Wirtschaftskriminalität durchsuchten die Staatsanwaltschaft Mannheim -Schwerpunktabteilung für Wirtschaftskriminalität – und die Kriminalpolizei Offenburg 33 Firmen und Privatwohnungen sowie eine Rechtsanwaltskanzlei. An der Aktion am Dienstag und Donnerstag dieser Woche in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz und Spanien waren rund 200 Polizeibeamte und zwei Staatsanwälte vor Ort beteiligt. Eine 38 Jahre alte Frau sowie vier Männer zwischen 43 und 55 Jahren wurden festgenommen und kamen in Untersuchungshaft. Durch Unterstützung der spanischen Justiz und Polizei konnten dabei vier der fünf Festnahmen in Palma de Mallorca durchgeführt werden. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

Es besteht der Verdacht, dass die Tätergruppe über ein Geflecht verschiedener Personen und Firmen in mehreren Ländern mit Hilfe telefonischer oder schriftlicher Gewinnversprechen über 0900-er Nummern rund 7,5 Millionen Euro erlangt haben. Aus diesem Geld finanzierten die Verdächtigen, die teilweise einschlägig vorbestraft sind, ihren teils sehr aufwändigen Lebensunterhalt.

Den mutmaßlichen Geschädigten wurden schriftlich oder telefonisch Gewinne versprochen. Zur Registrierung und Gewinnauszahlung sollte eine 0900-er-Nummer zum Minutenpreis von 2,99 € angerufen werden. Den Beschuldigten kam es alleine darauf an, dieses Gespräch in die Länge zu ziehen und damit hohe Gebühren zu erzielen. Die versprochenen Gewinne wurden dagegen nicht ausbezahlt bzw. waren nicht werthaltig.

Mit unterschiedlichen verdeckten kriminaltechnischen Maßnahmen und Finanzermittlungen in mehreren europäischen Ländern gelang es, die Strukturen und Machenschaften aufzuhellen und ausreichend Beweismaterial zusammenzutragen, um Haftbefehle und Durchsuchungsbeschlüsse bei Gericht zu erwirken.