Devise „Privat braucht Staat“

1. Oktober 2010 | Themenbereich: Beamten-Tarifrecht | Drucken

Der dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen sieht für den öffentlichen Dienst in Deutschland „gute Perspektiven“. Auf die Frage „Was glauben Sie, wie sieht der öffentliche Dienst im Jahre 2050 aus?“ antwortet der dbb Chef in einem Gastbeitrag für das Magazin „Intern“ für Beschäftigte der Deutschen Rentenversicherung (Ausgabe 2/2010), es werde dann immer noch einen öffentlichen Dienst geben, „zum Leidwesen der unverbesserlichen Privatisierungsfanatiker“.

„Die These ‚Privat vor Staat‘ hat aufgrund der umfassenden und leidvollen Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger mit den Misserfolgen von Privatisierungen keinen Bestand mehr. Die Menschen sind es satt, immer mehr Geld für immer schlechtere Leistungen zu erbringen. Die neue Devise wird heißen: ‚Privat braucht Staat‘. Nicht nur die jetzige Finanzkrise, die ja auch ein Versagen privater Verantwortlichkeit darstellt, für das der Staat, also alle Menschen haften müssen, hat die Botschaft transportiert, dass die Aufgabenteilung, nach der Gewinne privatisiert bleiben, Verluste aber sozialisiert werden, keine Zukunft haben kann, wenn denn der soziale Frieden gewahrt bleiben soll“, so Heesen. Deshalb werde zum Fortschritt auch gehören, dass dem Grundsatz „Staat regelt Privat“ endlich Vorrang eingeräumt wird.

„Dienstleistung wird keine Billigware mehr sein“, zeigt sich der dbb Chef überzeugt. „Der demographische Wandel oder genauer: die alternde Gesellschaft wird Dienstleistungen mehr denn je schätzen, und niemand wird sich dafür schämen, anderen zu dienen. Dienen wird Konjunktur bekommen, in der Achtung gegenüber den Dienenden, auch in der geldlichen Bewertung des Dienens.“