20 Jahre Rat für Kriminalitätsverhütung

1. Oktober 2010 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Schleswig-Holstein | Drucken

20 Jahre nach Gründung des bundesweit ersten Landesrats für Kriminalitätsverhütung hat der schleswig-holsteinische Innenminister Klaus Schlie eine positive Bilanz der Präventionsarbeit gezogen. „“Schleswig-Holstein hat eine vorbildliche Präventionslandschaft““, sagte Schlie am Freitag (1. Oktober) auf einer Jubiläumsfachtagung des Rates für Kriminalitätsverhütung in Kiel. In 92 Städten und Gemeinden des Landes gebe es inzwischen kommunale Präventionsgremien.

Straftaten frühzeitig vorzubeugen, bleibe ein zentraler Baustein in der Sicherheitsarchitektur des Landes. Schlie rief alle gesellschaftlich wichtigen Organisationen auf, an dieser Aufgabe gemeinsam mit der Polizei und der Justiz mitzuwirken. Den Eltern falle dabei eine vorrangige Verantwortung zu.

Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Beseitigung von Ursachen kriminellen Verhalten liegt nach Überzeugung des Ministers in den Kommunen. „“Kriminalität entsteht häufig im Stadtquartier und muss dort gezielt bekämpft werden““, sagte Schlie. Zwei von drei Tätern würden ihre Straftaten gewissermaßen vor der eigenen Haustür begehen. Opfer seien oft Menschen, mit denen der Täter im eigenen Ort zusammen lebe.

Der Minister appellierte an Städte und Gemeinden, zwischen der Polizei und der Justiz, der Kommunalpolitik, der Verwaltung, sozialen Diensten, Vereinen und Verbänden, Kirchen, Schulen und Jugendeinrichtungen ein festes Netzwerk der Kommunikation und Kooperation zu knüpfen. „“Präventionsarbeit kann nur erfolgreich sein, wenn das Wissen von den Bürgern an die Behörden gelangt““, sagte Schlie. Das sei die Voraussetzung, damit die Behörden gemeinsam mit den gesellschaftlichen Organisationen passgenaue Konzepte für konkrete Fragen vor Ort erarbeiten könnten.