Drogen im Straßenverkehr
3. August 2010 | Themenbereich: Ausbildung, Nordrhein Westfalen | DruckenAm 30.06. und am 01.07. 2010 fanden erstmalig Seminare mit dem Thema “Drogen im Straßenverkehr – Aufbaufortbildung Realkontrolle” im LAFP NRW in Neuss statt. Die Besonderheit: Mit Unterstützung des Polizeipräsidiums Köln wurden Realkontrollen durchgeführt, um Drogenerkennung und Abläufe der Folgemaßnahmen mit Fortbildungsteilnehmern zu trainieren. Es fand eine “Verzahnung” von Theorie und Praxis statt, um die Erkenntnisse unmittelbar für die weitere Fortbildung zu nutzen.
“Positive” Verkehrsstatistik
Der Leitende Polizeidirektor Uwe Hofmann, Leiter der Abteilung Verkehrssicherheit/Technik des LAFP NRW, wies bei der Begrüßung der Teilnehmer darauf hin, dass es in Nordrhein-Westfalen 2009 mit 621 getöteten Personen noch nie so wenig Tote im Straßenverkehr gab.
Sicherlich mit ein Erfolg der polizeilichen Arbeit bei Prävention und repressiver Verkehrsüberwachung und ein Erfolg der Konzentration auf das Wesentliche: Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen, Nichtanlegen des Gurtes.
Verkehrsregeln als Lebensretter
Uwe Hofmann machte allerdings auch deutlich, dass viele der getöteten Personen noch leben könnten, wenn die beteiligten Verkehrsteilnehmer sich an die Regeln gehalten hätten. “Bei deutlich besserer Einhaltung der Verkehrsregeln könnten 50 Prozent der Getöteten noch leben”, so seine Schlussfolgerung. Die Freude an der niedrigen Zahl der Verkehrstoten geht spätestens dann verloren, wenn man selber einen der Getöteten in seinem Bekanntenkreis hat. “Uns geht es um Leben und Gesundheit einer großen Zahl von Menschen. Deshalb machen wir unsere Arbeit und überwachen den Verkehr – und deshalb machen wir unsere Arbeit gut”, so Hofmann.
Kontrollstellen in Köln
Unterstützt durch Polizeihauptkommissar Peter Kellerer aus Hamburg, der aus langjährigen Erfahrung zum Thema “Drogen im Straßenverkehr” referierte und durch Guido Dombert vom Polizeipräsidium Düsseldorf, der die Teilnehmer auf einen Ausflug in die Drogenverstecke der Kuriere mitnahm, begann die Veranstaltung morgens mit einem theoretischen Teil, bevor es mittags zur praktischen Drogenkontrolle nach Köln ging.
Für jeweils etwa 3 Stunden wurde an 2 Kontrollstellen in Köln kontrolliert. An beiden Tagen zusammen wurden 140 Fahrzeugführer überprüft. Aufgrund der Umstände ist anzunehmen, dass ca. 2/3 der Überprüften auf dem Weg zu einem Festival waren und 1/3 andere Fahrziele hatten.
Wesentliches Ergebnis, das so nicht zu erwarten war:
- 35 Blutproben wegen des Verdachtes, unter Einfluss von Betäubungsmitteln zu fahren
- 6 BtM Funde (Marihuana)
- 1 Anzeige wegen “Fahren ohne Fahrerlaubnis”.
In Zukunft
Ab dem nächsten Jahr werden vom LAFP NRW 44 Seminare zur Drogenerkennung mit abschließender Realkontrolle durchgeführt. Damit können 880 Polizeivollzugsbeamte jährlich in diesem wichtigen Tätigkeitsfeld geschult werden.
Quelle: LAFP NRW


