DpolG: Polizei hatte Vorbehalte gegen “Love-Parade”
25. Juli 2010 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | DruckenDie Deutsche Polizeigewerkschaft ist betroffen über den Verlauf, den die Loveparade in Duisburg genommen hat. Den Angehörigen der 19 zu Tode gekommenen und den 342 verletzten Besuchern der Loveparade sprechen wir unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme aus. Sie wurden keine Opfer des Sicherheitskonzepts der Einsatzkräfte. Polizei, Feuerwehr und alle mit der Planung dieses Mega-Events befassten Sicherheitskräfte haben im Vorfeld stets ihre Vorbehalte geäußert.
19 Tote und 342 Verletzte, überwiegend Jugendliche, wurden Opfer materieller Interessen eines Veranstalters, der unter dem Deckmäntelchen der „Kulturhauptstadt 2010″, unter Ausnutzung planbarer Medienreaktionen soviel Druck auf Landespolitiker ausübte, dass vor dem drohenden Szenario eines irreparablen Imageschadens für die Region und die Stadt Duisburg unsere Stadtpolitiker dermaßen in die Enge getrieben wurden, dass sie zum Ereignis Loveparade, trotz eindringlicher Warnungen aus dem Sicherheitsbereich, nur „ja” sagen konnten.
Ob sich Oberbürgermeister Sauerland zum entscheidungserheblichen Zeitpunkt nun für oder gegen die Loveparade entschieden hätte – es war stets eine Gradwanderung. Er hätte nur richtig entschieden, wenn die Loveparade ohne dieses schreckliche Geschehen zu Ende gegangen wäre.
Wolfgang Orscheschek
DpolG-Vorsitzender Duisburg



Ich würde die Schuld nicht beim Veranstalter suchen