Kripo-Gewerkschaft fordert Erhalt der Eberswalder Mordkommission
21. Juli 2010 | Themenbereich: Brandenburg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | DruckenDer Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) – Landesverband Brandenburg – hat sich im Zusammenhang mit der öffentlichen Diskussion um den Polizeistandort Eberswalde auch besorgt um die Zukunft der dortigen Mordkommission einschließlich ihrer speziellen Kriminaltechniker für Kapitalverbrechen geäußert. Diese Spezialkräfte dürften nicht dem Rotstift zum Opfer fallen, sagte ein Sprecher der Kripo-Gewerkschaft. Eine Landesregierung, die offenbar fest entschlossen ist, Personal bei der Polizei abzubauen und die Organisationsstrukturen gravierend zu verändern sei umso mehr gehalten, Spezialisierung sogar noch auszubauen. Bei der Kripo bedeute dies insbesondere auch, über Jahre erfolgreich eingespielte Teams – etwa die Mordkommissionen im Lande – zu erhalten.
Mit dem Aufbau der Brandenburger Polizei Anfang der 90er Jahre wurden in Eberswalde Mordermittler etabliert. Daran wurde auch im Ergebnis der Kripo-Reform 2008 festgehalten. Das Potsdamer Innenministerium ließ sich bei seiner Entscheidung ausdrücklich von der vorhandenen Arbeitsbelastung, dem in der Region vorhandenen erfahrenen und eingespielten Fachpersonal sowie mit dem erst 2007 speziell für diese Beamten bestens eingerichteten neuen Dienstobjekt im Landesbehördenzentrum in der Tramper Chaussee begründet. Die schnellen Einsatzzeiten waren ebenfalls ein ganz entscheidender Aspekt für den Erhalt dieser Spezialkräfte in der Region.
Die überaus engagierte und erfolgreiche Arbeit der Eberswalder Mordermittler und ihrer speziellen Kriminaltechniker, die für die Aufklärung von Kapitalverbrechen in den Landkreisen Barnim und Uckermark zuständig sind, steht für den BDK außer Frage. Beispielhaft seien die Morde an der 12jährigen Ulrike 2001 und an einer Rentnerin bei Schwedt sowie an das Tötungsdelikt an einer 19jährigen Frau in Eberswalde erst im vergangenen Jahr erwähnt, welche allesamt zügig aufgeklärt werden konnten.
Die Eberswalder Mordkommission hat momentan den Status einer Außenstelle des Polizeischutzbereiches Oder-Spree/Frankfurt (Oder) und gehört damit zum Polizeipräsidium Frankfurt (Oder).



