Führerschein mit 15 für Kleinkrafträder

16. Juli 2010 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

In der Diskussion über das Mindestalter zum Erwerb des Führerscheins für die Fahrer-laubnisklasse AM (Kleinkrafträder, Quads und Leicht-PKW) unterstützt die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) das Vorhaben der Bundesregierung, eine Senkung auf 15 Jahre auf den Weg zu bringen.

Mindestens zwei zu erwartende Effekte ließen sich damit erzielen: Zum einen kann sich die Senkung des Mindestalters positiv auf die Verkehrssicherheit von Jugendlichen auswirken, da sie anlässlich des vorgezogenen Führerscheinerwerbs früher ausgebildet würden. Zum anderen ist davon auszugehen, dass eine solche Maßnahme die Anzahl der Verkehrsstraftaten minimiert.

DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Viele Jugendliche scheuen mit 16 Jahren die Kosten für die Klasse AM, die bei ca. 600 Euro liegen. Sie warten lieber ein Jahr und streben dann über das Begleitete Fahren mit 17 den Führerschein der Klasse B an. Das führt jedoch häufig dazu, dass Kleinkrafträder illegal technisch verändert werden, um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen. Deshalb sagen wir als DPolG: eine Freigabe der Führerscheinklasse AM kann dazu führen, dass die Motivation, die KKR zu „frisieren”, nachlässt und Verkehrsstraftaten minimiert werden.”

Um Bedenken, die u.a. der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) gegen eine Absen-kung auf 15 Jahre vorbringt, aufzunehmen, schlägt die DPolG vor, ähnlich wie beim erfolgreichen Projekt „Begleitetes Fahren mit 17″ vorzugehen. Wendt: „Wie dort könnte ein zeitlich begrenztes Pilotprojekt Vor- und Nachteile explizit aufzeigen. Über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren ließe sich die Entwicklung der Unfallzahlen bei der in Rede stehenden Zielgruppe beobachten und in der Folge über eine bundesweite Einführung entscheiden.”

2 Kommentare
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  1. Das ist doch mal eine vernünftige Sicht der Dinge.
    Wir waren doch im Osten nicht leichtsinnig und tödlich verunglückt ist damals auch niemand aus meinem Bekanntenkreis.
    Dabei konnten wir sogar 60km/h fahren, eine für den Stadtverkehr und kurze Überlandfahrten durchaus akzeptable Geschwindigkeit.
    Die 45km/h sind doch auch ein Unfallrisiko, wenn man z.B. in der Stadt von einem Bus oder LKW überholt wird und der dann rechts abbiegt.
    Die 45km/h Plastikroller werden illegal getunt und die Jugendlichen sind dann ohne gültigen Führerschein und ohne Versicherungsschutz unterwegs.
    Ist es dass was Politik will, welche Lobby steckt da wieder dahinter ;-)?

  2. Noch etwas

    Um damals unseren Renntrieb zu befriedigen wurden regelmäßig von den örtlichen Motorsportvereinen des ADMV offene Mopedrennen in Kiesgruben oder auf Parkplätzen veranstaltet.
    Die hatten auch einen erheblichen Sicherheitsaspekt, wir haben gelernt mit den Mopeds umzugehen und auch gepflegt auf die Nase zu fallen, auch stürzen will mit einer 50ger gelernt sein.

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