Umstieg auf blaue Uniformen abgeschlossen
15. Juli 2010 | Themenbereich: Ausrüstung, Polizei, Thüringen | DruckenDie Thüringer Polizei hat den Umstieg auf die neuen blauen Uniformen abgeschlossen. Innenminister Prof. Dr. Peter M. Huber hat heute in Erfurt den letzten drei Beamten ihre neuen Uniformen ausgehändigt. „Durch den Wechsel zur blauen Uniform schließen wir uns dem europa- und bundesweiten Trend an und sichern somit auch zukünftig die Erkennbarkeit der Polizeibeamten für alle Bürgerinnen und Bürger”, betonte Huber. „Der Umstieg bedeutet zugleich auch die Einführung von Uniformen, die hinsichtlich Stoffqualität, Funktionalität und Tragekomfort dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Dies bedeutet nicht zuletzt eine Erleichterung für den täglichen Dienst unserer Polizeibeamtinnen und -beamten”, erklärte der Innenminister.
In den letzten zwölf Monaten wurden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bekleidungshauses der Bereitschaftspolizei an ca. 100 Einkleidungstagen knapp 5.600 Polizeibeamte eingekleidet. Dabei gingen insgesamt rund 200.000 Kleidungsstücke mit einem Gesamtgewicht von etwa 20 Tonnen über den Tresen.
Für die Finanzierung griff das Innenministerium weitgehend auf die Mittel zurück, die in den Jahren 2008 bis 2010 sowieso schon für die Neu- und Ersatzbeschaffung der bisherigen grünen Uniformen eingeplant waren. Das sind zusammen 3,2 Millionen. Euro. Aus dem Etat des Innenministeriums wurden zudem einmalig eine Millionen Euro für die Neubeschaffung bereitgestellt, so dass schließlich die für die Umstellung insgesamt benötigten 4,2 Millionen Euro zur Verfügung standen. Die Mehrkosten für den Umstieg auf die blauen Uniformen betragen somit nur eine Millionen Euro.
Der Minister betonte, dass an der Auswahl der neuen Uniform die Polizeibeamten intensiv eingebunden gewesen seien. So sei Anfang Februar 2008 eigens eine Projektgruppe aus Polizeibeamten gegründet worden. Diese habe nach einem intensiven Erfahrungsaustausch mit den Ländern, die bereits auf blaue Uniformen umgestiegen waren, in allen Polizeidirektionen über die zur Auswahl stehenden Modelle informiert. Bei einer Abstimmung im Rahmen eines Workshops haben sich 62 Beamte für das Hessische und 58 für das Brandenburger Modell entschieden. Der Hauptpersonalrat habe sich daraufhin ebenfalls für die Hessische Variante ausgesprochen.

Mir ist bei der Diskussion um die Einführung der blauen Uniform nie so recht aufgegangen, was die Farbe einer Textilie mit deren “Stoffqualität, Funktionalität und Tragekomfort” zu tun hat. Das hätte man doch wohl auch in beige/grün haben können. Und Mehrkosten von “nur eine Millionen Euro” scheinen mir eine ganze Menge für nichts, insbesondere, wenn man das Geld gar nicht hat. Die ostdeutschen Länder werden doch immer noch durch den Solidaritätszuschlag subventioniert. Hätte man da nicht etwas kürzer treten sollen? Bayern, das das Geld hätte, macht diesen Unsinn vorerst wohl nicht mit. Bleibt nur zu hoffen, daß die Einsatzbereitschaft in “in blau” dem Mehrwert entsprechend steigt.
Auch die Einheitlichkeit “im europa- und bundesweiten Trend” will nicht überzeugen. In den USA gibt es zum Beispiel eine Vielzahl unterschiedlichster Polizeiuniformen und die unterscheiden sich nicht nur in der Farbe. Ich bin sicher, daß die Leute trotzdem sofort wissen, wenn sie einen Polizisten vor sich stehen haben. Die Einheitlichkeit war in Deutschland ja in beige/grün durchaus gegeben, man hätte die Farbe also gar nicht wechseln müssen. Und was den europaweiten Trend zur Einheitlicjhkeit angeht, habe ich meine Zweifel, siehe Spanien und Italien.
Das Aussehen der Uniform scheint sich immer mehr in Richtung Freizeitmode zu entwickeln (Lederblouson, Windjacke, Jeans), so daß es irgendwann heißen wird: “Nur wo Polizei draufsteht, ist auch Polizei drin.”
George