Positive Bilanz zur Fußball-WM 2010
12. Juli 2010 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Fussball | Drucken„Diese Fußball-Weltmeisterschaft fügt sich nahtlos in die Reihe friedlicher und fröhlicher Fußballfeste ein, die wir seit 2006 miterleben konnten. Die Fortsetzung der bewährten polizeilichen Strategie hat zum friedlichen Verlauf beigetragen. Bei den Einsätzen wurde mit der notwendigen Konsequenz, aber auch mit dem richtigen Augenmaß vorgegangen. Genauso wie unsere Nationalmannschaft kann die Polizei zufrieden sein.” Das sagte Innenminister Heribert Rech am Montag, 12. Juli 2010, in Stuttgart.
1,85 Millionen Besuchern bei den rund 3.400 Public-Viewing-Veranstaltungen im Land zeigten, dass sich der Trend fortsetze, Fußball als Gemeinschaftserlebnis zu genießen. „Trotzdem wird es sich nie ganz verhindern lassen, dass es im Umfeld von Fußballveranstaltungen zu Straftaten und Ordnungsstörungen kommt”, so der Innenminister. Erfreulich sei aber, dass bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Vergleich zur Europameisterschaft 2008 mit 765 deutlich weniger Straftaten begangen worden seien. Die während der letzten vier Wochen registrierten 287 Delikte seien – gemessen an der Zahl der Veranstaltungen und der Besucher – als gering einzustufen. Zum friedlichen Verlauf hätten auch die frühzeitig initiierten präventiv-polizeiliche Maßnahmen im Vorfeld beigetragen. Die Polizei habe zudem durch gezielte Präsenz an den sicherheitsrelevanten Brennpunkten dafür gesorgt, dass aufkeimende Eskalationen zwischen rivalisierenden Fangruppen bereits im Entstehen verhindert worden seien. Dies dokumentierten auch die 581 im Veranstaltungszeitraum ausgesprochenen Platzverweise.
An der Spitze der Straftatenbilanz stünden Körperverletzungsdelikte (142), die oft unter Alkoholeinwirkung verübt worden seien, gefolgt von Sachbeschädigungen (48), Diebstählen (33) und Verstößen gegen das Waffen- beziehungsweise Sprengstoffgesetz (acht). Während der Weltmeisterschaft seien 235 Personen festgenommen worden, zudem habe es 164 Gewahrsamnahmen gegeben. Besorgt zeigte sich Rech allerdings über die Qualität mancher Gewaltdelikte. 27-mal sei gegen Vollstreckungsbeamte Widerstand geleistet worden. Auch drei Landfriedensbrüche und zwei Raubdelikte seien nicht zu entschuldigen. In Reutlingen seien beispielsweise fünf Polizeibeamte bei der Festnahme eines Tatverdächtigen von einer Menschenmenge eingekesselt, mit Schlägen und Tritten traktiert und dabei zum Teil schwer verletzt worden. Auch seien 113 Personen, davon 39 Polizeibeamte, verletzt worden.
Analog zu den zurückliegenden Turnieren hätten vor allem Autokorsos und spontane Sieges- und Jubelfeiern die Polizei beschäftigt. „Bei über 850 Autokorsos im Land wurde niemand schwerwiegend verletzt. Die Polizei hat gefährliches Verhalten, beispielsweise das Hinauslehnen aus Fahrzeugen während der Fahrt oder das gezielte Zufahren auf Gruppen und Einzelpersonen, konsequent unterbunden”, sagte Rech.
„Wir haben eine mitreißende Fußball-Weltmeisterschaft erlebt. Packende Spiele, friedlich feiernde Fans, ein Meer von Fahnen verschiedenster Nationen und eine großartige Leistung unserer Nationalmannschaft haben die letzten Wochen geprägt” sagte der Innenminister. Auch die Beamtinnen und Beamten der baden-württembergischen Polizei hätten dazu beigetragen. „Dafür bedanke ich mich herzlich”, sagte Rech abschließend.


