Antisemitischer Zwischenfall in Hannover
24. Juni 2010 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Niedersachsen | DruckenNiedersachsens Innenminister Uwe Schünemann hat sich betroffen über den antisemitischen Zwischenfall in Hannover gezeigt. Schünemann sagte am Donnerstag in Hannover, man werde in Niedersachsen keine antisemitischen, rassistischen oder fremdenfeindlichen Übergriffe dulden. „Der Vorfall wird von der Polizei mit großer Entschlossenheit verfolgt. Es ist allerdings unverständlich, dass erst nach zwei Tagen Anzeige erstattet worden ist.”
Schünemann machte deutlich, dass antisemitische Tendenzen unter muslimischen Jugendlichen in Niedersachsen als Problem erkannt seien. „Anfang März haben wir mit der Tagung ‚Antisemitismus in muslimisch geprägten Milieus’ auf das Thema aufmerksam gemacht. „Hier gilt es, antisemitische Tendenzen unter dem Aspekt der Prävention in den Fokus zu rücken. Wir müssen uns einem Problem stellen und dabei unter Umständen auch Konflikte in Kauf nehmen.“
Andererseits dürfe man Muslime jedoch auch nicht in ihrer Gesamtheit unter Anitsemitismusverdacht stellen, sagte Schünemann. Niedersachsen habe zudem dafür gesorgt, dass bei der Integrationsministerkonferenz eine Arbeitsgruppe eingesetzt wurde, die sich mit dem Thema Antisemitismus unter Zuwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund auseinandersetze.
„Die Arbeitsgruppe ‚Antisemitismus und Rassismus bei Zugewanderten’ setzt sich sowohl mit den Konsequenzen für die pädagogische Arbeit in den Schulen als auch mit der integrationspolitischen Arbeit vor Ort auseinander.“ Der Innenminister wird sich am kommenden Montag gemeinsam mit Vertretern der Polizei und des Verfassungsschutzes zu einem Gespräch mit Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden Niedersachsen, zum Thema Antisemitismus treffen.


