Erster Bekennender schwule Kollege in den Hauptpersonalrat einer Landespolizei gewählt.

1. Juni 2010 | Themenbereich: Wir sind Polizei | Drucken

Ende Mai fanden in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) die Personalratswahlen (örtliche – Polizeiinspektionen, bezirks- Polizeibehörden und Hauptpersonalrat – Innenministerium) in der Landespolizei statt. Die Personalräte wurden für die nächsten vier Jahre gewählt. Die Wahlbeteiligung lag laut Hauptwahlvorstand im Innenministerium bei ca. 70 Prozent. Bei den Personalratswahlen in M-V wurde Ende Mai, und dies erstmals in Deutschland, ein offen als schwul sich bekennender Polizeibeamter in den Hauptpersonalrat einer Landespolizei gewählt.

Dazu erklärt Maik Exner-Lamnek von VelsPol M-V: Ich bin auf der einen Seite sehr überrascht, dass mir der Sprung in alle drei Personalvertretungen gelungen ist, aber auch etwas froh darüber! Dass dieses Wahlergebnis mir so viele Stimmen beschert, hätte ich niemals für möglich gehalten. Es zeigt mir, dass sich die langjährige Arbeit von VelsPol M-V innerhalb der Landespolizei gelohnt hat. Lesben und Schwule werden nach meinem Dafürhalten offensichtlich in meiner Landespolizei akzeptiert. Dennoch weiß ich aus meiner Arbeit, dass es Polizeibedienstete auch in M-V gibt, die sich nicht trauen, sich zu outen.

Die Gründe dafür sind sehr vielschichtig. Mit meiner Wahl über die Liste der Deutschen Polizeigewerkschaft hoffe ich nun, einen wichtigen Anstoß gegeben zu haben, dass es sich lohnt, zu seiner Person und seinem Leben zu stehen. Ich verbinde die Wahl auf der anderen Seite mit der Hoffnung, dass es mir gelingt, das mir wichtige Thema Homophobie in unserem Land, auch in die Landespolizei tragen zu können. Wir wissen aus der Vergangenheit, dass das Thema in der Landespolizei eher vermieden wird. Auch glaube ich, dass Lesben und Schwule in der Gesellschaft, ja auch in der Landespolizei nicht überall akzeptiert werden. Dies gilt es zu ändern.

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