VfL Bochum – Hannover 96: Aggressive Fans versuchen nach Abpfiff, den Platz zu stürmen

8. Mai 2010 | Themenbereich: Fussball, Nordrhein Westfalen | Drucken

Natürlich wollten die Fans beider Lager angesichts des für beide Vereine drohenden Abstiegs ihre Mannschaften unterstützen. Und so war das Stadion zum Anstoß am 08.05.2010, um 15:30 Uhr, auch vollständig ausverkauft. Allein ca. 8.000 Fans fanden den Weg aus Hannover.
Kurz vor dem Abpfiff des Spiels saß bereits eine Vielzahl von Bochumer Fans auf dem Stahlgitterzaun, der Abgrenzung zum Spielfeld. Es war zu vermuten, dass der Platz gestürmt werden sollte. Und so bereitete sich auch der Ordnungsdienst durch massive Präsenz in diesem Bereich darauf vor. Zahlreiche Besucher der Bochumer Ostkurve ließen sich von dem Ordneraufgebot jedoch nicht abschrecken und versuchten tatsächlich, nach Abpfiff den Rasen zu stürmen und u. a. die Spieler anzugehen.

Die ungeschützten Ordner wurden mit verschieden Gegenständen beworfen und massiv direkt angegriffen. Bei der Aktion zeigten sich die stürmenden Personen derart aggressiv, dass seitens der hinzugezogenen Polizeikräfte der Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray erforderlich wurden. In einer Mischung aus Wut, Enttäuschung und ungezügelter Aggression wurden insbesondere die Einsatzkräfte mit Steinen, Dosen und anderen Gegenständen (Toilettendeckel, Stühlen etc.) beworfen. Die Störergruppe verwüstet diverse Stadioneinrichtungen. Die Eskalation im Stadioninnenbereich konnte nach ca. 15 Minuten vollständig unter Kontrolle gebracht werden. Bei dieser Auseinadnersetzung wurden drei Polizeibeamte verletzt. Einer war anschließend nicht mehr dienstfähig.

Zeitgleich zu den Auseinandersetzungen im Stadion, begab sich eine Gruppe von ca. 200 Personen, die ebenfalls aufgeheizt und aggressiv wirkte, zur Geschäftsstelle hinter der Haupttribüne. Um in diesem Bereich Ausschreitungen zu verhindern, wurde eine Polizeikette zwischen Ostkurve und hinterem Tribünenbereich gebildet. Als die Personen versuchten, die Polizeikette gewaltsam zu durchbrechen, wurde dieses Vorhaben durch den erneuten, kurzfristigen Einsatz von Pfefferspray unterbunden. Zu weiteren tätlichen Auseinandersetzungen kam es am Stadion nicht mehr.

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