Zollfahndung und Polizei gegen Rauschgiftkriminalität
28. April 2010 | Themenbereich: Sachsen, Zoll | DruckenBereits seit 1993 arbeiten das Zollfahndungsamt Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen bei der Bekämpfung der schweren und organisierten Rauschgiftkriminalität im Freistaat eng zusammen.
Jeweils acht Beamtinnen und Beamte beider Dienststellen ermitteln seit mehr als 17 Jahren unter paritätischer Leitung und gemeinsamer Nutzung der vorhandenen Ressourcen von Zoll und Polizei in der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Sachsen mit Sitz beim Landeskriminalamt in Dresden.
Seit ihrer Gründung konnte die GER Sachsen dem Markt rund 480 Kilogramm Drogen, darunter 205 Kilogramm Heroin, 130 Kilogramm Haschisch, 48 Kilogramm Kokain und 42 Kilogramm Amphetamin, entziehen. Nicht selten verhängten die Gerichte aufgrund der erzielten Ermittlungsergebnisse langjährige Haftstrafen.
Mit dieser Gemeinsamen Ermittlungsgruppe leisten Zollfahndung und Polizei einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Drogenkriminalität in Sachsen.
Ungeachtet der bisherigen Ermittlungserfolge und der im Freistaat insgesamt positiven Entwicklung im Deliktbereich Rauschgiftkriminalität ist der Großraum Leipzig ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für den Rauschgifthandel in Sachsen.
Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamts Sachsen, der zuständigen Polizeidirektionen und des Zollfahndungsamts Dresden wird die gesamte Region intensiv mit Betäubungsmitteln “versorgt”.
Polizei und Zoll sehen daher übereinstimmend zeitnahen Handlungsbedarf, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.
Der Präsident des Zollkriminalamts, Karl-Heinz Matthias, und der Präsident des Landeskriminalamts Sachsen, Paul Scholz, haben dafür heute einen wichtigen Grundstein gelegt:
Mit ihren Unterschriften unter einer entsprechenden Kooperationsvereinbarung haben sie die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Westsachsen zunächst formal ins Leben gerufen.
Die neue GER Westsachsen, die durch Zollfahndung und Polizei ebenfalls paritätisch mit jeweils fünf Beamtinnen und Beamten besetzt sein wird, wird ihren Sitz im Leipziger Stadtteil Eutritzsch haben.
Nach Abschluss der bereits laufenden Vorbereitungen, insbesondere der anforderungsgerechten Herrichtung der Räumlichkeiten und der Besetzung der Stellen mit erfahrenen Beamtinnen und Beamten, wird die Ermittlungsgruppe voraussichtlich im September 2010 ihre Arbeit aufnehmen.
Über die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zur neuen GER Westsachsen hinaus haben beide Behördenleiter heute vertraglich vereinbart, dass das Zollfahndungsamt Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen ihre bereits bewährte und erfolgreiche Zusammenarbeit in der bisherigen Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Sachsen (GER Sachsen) mit Sitz in Dresden fortsetzen.
Die Ermittlungseinheit trägt ab sofort die Bezeichnung Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Ostsachsen.
Nicht zuletzt sehen die Kooperationsvereinbarungen zu beiden Gemeinsamen Ermittlungsgruppen Rauschgift vor, dass in der Verfahrensbearbeitung künftig ein noch stärkeres Augenmerk auf verfahrensintegrierte Finanzermittlungen gelegt wird, mit deren Hilfe den Tätern die Gewinne aus ihren Drogengeschäften entzogen werden.
Die Leiter beider Dienststellen bekräftigten im Rahmen der heutigen Unterzeichnung der Vereinbarungen, dass eine intensive Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden auf Bundes- und Landesebene und die gemeinsame Nutzung vorhandener Ressourcen stärker denn je notwendig ist, um den zunehmend international organisierten, logistisch bestens aufgestellten und oft “mit allen Wassern gewaschenen” Tätern, ihr kriminelles Handwerk zu legen.
Zusatzinformation:
Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Ostsachsen in Dresden und die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Westsachsen in Leipzig
- sind gemeinsame Dienststellen des Zollfahndungsamts Dresden und des Landeskriminalamts Sachsen,
- sind gemeinsam zuständig für den gesamten Freistaat Sachsen,
- führen Ermittlungen im Bereich der schweren und organisierten Rauschgiftkriminalität; ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Aufdeckung von Lieferschienen von Betäubungsmitteln aus anderen EU-Staaten oder Drittländern sowie der Identifizierung der Hauptabnehmer und -verteiler in Sachsen,
- sind jeweils paritätisch besetzt mit acht (GER Ostsachsen) bzw. fünf (GER Westsachsen) Bediensteten der Zollfahndung und der Landespolizei,
- stehen jeweils unter der Leitung je eines Beamten/einer Beamtin von Zollfahndung und Landespolizei,
- wichtiger Erfolgsfaktor ist die Bündelung der Ressourcen und jeweiligen Fachkompetenzen von Polizei und Zoll.
Herausgeber:
Zollfahndungsamt Dresden


