Runder Tisch “Fußball und Gewalt”

26. April 2010 | Themenbereich: Fussball | Drucken

Am 23. April 2010 fand auf Einladung des Bundesinnenministers, Dr. Thomas de Maizière, und des Vorsitzenden der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder, des Hamburger Innensenators Christoph Ahlhaus, ein Runder Tisch zum Thema „Fußball und Gewalt” im Bundesministerium des Innern in Berlin statt. De Maizière und Ahlhaus sowie der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Dr. Theo Zwanziger, und der Präsident des Ligaverbandes, Dr. Reinhard Rauball, erörterten gemeinsam mit staatlichen Verantwortungsträgern, den Kommunalen Spitzenverbänden sowie dem Vertreter der Koordinationsstelle Fanprojekte die aktuelle Problematik von Gewalteskalationen im Zusammenhang mit Fußballspielen und diskutierten über mögliche Lösungswege.

Die Thematik „Fußball und Gewalt” ist nicht neu. Schon seit Langem beschäftigen sich die Innenministerkonferenz und der Nationale Ausschuss Sport und Sicherheit mit diesem Phänomen. Beim „Runden Tisch” wurden Impulse für erfolgversprechende behörden- und veranstalterübergreifende Lösungsstrategien gegeben, die nun im Nachgang von den zuständigen Gremien in die Praxis getragen werden.

In der Bundespressekonferenz präsentierten die Beteiligten der Öffentlichkeit das Ergebnis des “Runden Tisches”. Der Bundesinnenminister dankte zunächst dem DFB und dem DFL für deren Bekenntnis zur Verantwortung des organisierten Fußballs und ferner der DFL für einen zusammenfassenden Vorschlag über gemeinsame Maßnahmen. “”Fußball ist ein großes Spiel und hat eine erhebliche Bedeutung in unserer Gesellschaft. Wir möchten uns miteinander verständigen und anstrengen, damit der Fußball weiterhin eine der größten Integrationskräfte unserer Gesellschaft bleibt.”" sagte de Maizière zum Auftakt der Pressekonferenz.

Zwanziger brandmarkte jede Gewaltanwendung als inakzeptabel und dankte der Polizei für ihren Einsatz im Zusammenhang mit Fußballspielen. “”Die Polizei hat eine schwierige Arbeit zu leisten”", stellte er fest und betonte, dass es entscheidend sei, eine Fußballkultur zu fördern, die aus sich selbst heraus Gewalt nicht toleriert. Der 10-Punkte Plan des Ligaverbandes enthält zahlreiche Vorschläge, die dieses Ziel fördern werden. So sollen beispielsweise Sicherheits- und Fanbeauftragte hauptberuflich in den Vereinen etabliert werden, es soll eine Medienkampagne gegen Gewalt geben, und man ist bestrebt, einen Paradigmenwechsel im Umgang mit den Fans zu bewirken, d. h. der Dialog zwischen den Fußballfans und der Polizei soll wieder in Gang kommen. Fans sollen verstärkt angehalten werden, gewaltbereite Fans in die Pflicht zu nehmen, indem sie deutliche Zeichen gegen Gewalt setzen.

Diesen Appell des Ligaverbandes an seine Fans griff de Maizière auf: “”Nutzen wir diese Botschaft heute – über den Fußball hinaus – gerade mit Blick auf den bevorstehenden 1. Mai als Aufruf an die ganze Gesellschaft: Schluss mit Gewalt! Das sollte heute unsere Botschaft sein.”"

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