Erschreckende Startbilanz der Motorradsaison 2010

31. März 2010 | Themenbereich: Motorrad | Drucken

Bereits sechs tödliche Motorradunfälle Appell an vorsichtige Fahrweise und gegenseitige Rücksichtsnahme aller Verkehrsteilnehmer

Innenminister Heribert Rech hat zum Start der Motorradsaison 2010 an alle Verkehrsteilnehmer appelliert, besonnen zu fahren und Rücksicht aufeinander zu nehmen. „Eine Woche schönes Motorradwetter, und wir müssen bereits sechs tote Motorradfahrer beklagen. Überhöhte Geschwindigkeit, Leichtsinn und Überschätzung der eigenen Fähigkeiten waren bei diesen schlimmen Unfällen die Ursachen. Das bereitet uns mit Blick auf die kommenden Wochen und Monate große Sorgen“, sagte Rech am Mittwoch, 31.März 2010, in Stuttgart.

Auch die Bilanz der Motorradsaison 2009 sei nicht zufriedenstellend gewesen. 100 Motorradfahrer (plus 5,3 Prozent gegenüber 2008 mit 95 Toten) hätten bei Unfällen ihr Leben verloren. Da die Zahl der Toten jedoch bei allen Verkehrsunfällen rückläufig sei, müsse die negative Entwicklung bei den Motorradfahrern in diesem Jahr gestoppt werden. „Dazu können die Motorradfahrer selbst am meisten beitragen. Fahrsicherheitstraining, technisch einwandfreie und verkehrssichere Motorräder, die richtige Schutzkleidung und eine vernünftige und vorsichtige Fahrweise sind Garanten für eine sichere Heimkehr“, betonte Rech.

Die Polizei werde der Bekämpfung der Motorradunfälle im Jahr 2010 eine hohe Priorität einräumen. „Wir tun das aber mit viel Information im Vorfeld und legen unsere Strategie offen. Aufklärung und konsequente Verkehrsüberwachung sind die zwei wichtigsten Bausteine“, sagte der Innenminister. Dabei setze die Polizei zusammen mit den Partnern der Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR auf eine gezielte Aufklärung der Motorradfahrer. Bei zahlreichen Biker-Treffs an beliebten Treffpunkten würden die Motorradfahrer über ihr hohes Unfallrisiko und Themen wie Fahrweise, Schutzkleidung und technische Ausstattung der Motorräder informiert.

Um das Thema Motorradsicherheit in der Öffentlichkeit und bei den Verkehrsteilnehmern wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken und die Biker nochmals für ihre eigene Sicherheit zu sensibilisieren, plane die Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR am Pfingstsonntag, 23. Mai 2010, zum ersten Mal einen großen, landesweiten Motorradsicherheitstag. „Das wird sicherlich ein echter Höhepunkt in der Verkehrssicherheitsarbeit speziell für die Motorradfahrer. Ich danke bereits jetzt unseren Partnern, der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg, dem ADAC, dem TÜV-Süd und dem Südwestrundfunk für die Zusammenarbeit und Unterstützung“, sagte Rech. Geplant sei beispielsweise eine landesweite Motorradsternfahrt auf beliebten Motorradstrecken, wobei den Teilnehmern an Unfallschwerpunkten die motorradspezifischen Unfallgefahren erläutert würden. Eine Abschlussveranstaltung mit Vorführungen und Unterhaltungsprogramm in Malmsheim (Landkreis Böblingen) auf dem ehemaligen Flugplatzgelände runde das Gesamtprogramm ab.

„Aufklärung ist wichtig und sinnvoll. Allerdings gilt auch: Wenn einzelne Motorradfahrer die Appelle an die Vernunft nicht umsetzen, müssen sie auch die Konsequenzen ihrer verkehrswidrigen Fahrweise tragen“, so der Innenminister. Die Polizei werde daher speziell an den Wochenenden auf den beliebten Motorradstrecken und unfallträchtigen Routen auf konsequente Verkehrsüberwachung setzen. Motorradfahrer müssten jederzeit mit Geschwindigkeitskontrollen und einer Überprüfung des technischen Zustands ihrer Maschinen rechnen. Hauptunfallursache bei den selbstverschuldeten tödlichen Motorradunfällen sei mit fast 47 Prozent nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit. 70 Prozent der tödlichen Motorradunfälle im vergangenen Jahr seien von den Fahrern selbst verursacht worden.

Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg

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