Verkehrsunfallbilanz 2009

Innenminister Stephan Toscani präsentierte gestern im Rahmen der Landespressekonferenz  die Daten der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2009. „Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit 30307 (+ 0,9%) bewegt sich auf dem Niveau der Vorjahre”, stellte der Minister fest. Hervorzuheben sei, dass es bei Unfällen mit Verun-glückten (verletzt oder getötet ) nach 2008 (- 8,1 %) erneut einen Rückgang von 5,6 % (- 342) gab.

Die Zahl der Verkehrstoten liege mit 45 zwar mit +2 geringfügig über dem historischen Tiefststand von 43 im vergangenen Jahr, bedeute aber dennoch den zweitniedrigsten Stand seit Statistikbeginn im Jahr 1953. Setzt man die Zahl der Verkehrstoten ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, so belegt das Saarland Platz 2 mit den wenigsten Verkehrstoten pro 1 Million Einwohner (44) unter den Flächenländern. Minister Stephan Toscani: „Das Saarland hat trotz der höchsten Motorisierungsrate mit 658 Kfz pro 1.000 Einwohner in Deutschland eines der sichersten Straßennetze.”

Bei den jungen Fahrern (18 – 24 Jährige) verringerte sich die Anzahl der Getöteten von 15 in 2008 um mehr als die Hälfte auf 7 in 2009 (- 53,3 %). Allerdings stieg im Bereich dieser Altersgruppe die Anzahl der Schwerverletzten um 8,2 % (von 122 auf 132). Dennoch ist die Unfallhäufigkeitszahl (Verunglückte je 100.000 der Altersgruppe) von 1529 im Jahr 2008 auf 1367 im Jahr 2009 deutlich gesunken.

Bei den Senioren (ab 65 Jahren) stieg die Zahl der Getöteten von 7 auf 15, bei den Motorradfahren von 7 auf 10.

Bei der Verletztenzahl ergibt sich in der Gesamtschau folgendes Bild: 705 Schwerverletzte im Jahr 2009 bedeuten einen leichten Anstieg um 1,6 % (11 Schwerverletzte) gegenüber dem Jahr 2008. Hingegen sank aber die Zahl bei den Leichtverletzten um deutliche 6,6 % (- 355).

Die Zahl der registrierten Autobahnunfällen reduzierte sich um 7 % (- 199) wobei auch hier die Verunglücktenrate deutlich um 14,3 % (- 87) zurückging. Die Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss gingen von 920 in 2008 auf 828 in 2009 (- 9,9 %) zurück, die Verunglückten in diesem Bereich um 11,7 %.

Bei den Hauptunfallursachen ergaben sich gegenüber den Vorjahren keine gravierenden Änderungen. In der Reihenfolge rangieren Fehler bei Vorrang/Vorfahrt vor Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren, Geschwindigkeit, Abstand und Alkohol/Drogen. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Verkehrsunfälle betrug 2009 insgesamt 341,9 Millionen Euro (2008: 339,8 Mio. Euro).

Der saarländische Innenminister machte deutlich, dass die Maßnahmen der Polizei zur Steigerung der Verkehrssicherheit auch im Jahr 2010 vehement durchgeführt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Jahr, neben Gurt, Handy-Telefonieren sowie alkoholischer und drogenbedingter Fahrunsicherheit, den Rasern. Zu schnelles Fahren ist die Ursache Nr. 1 für tödliche Verkehrsunfälle. Mehr als jeder dritte Verkehrstote auf saarländischen Straßen ist Opfer von zu hoher bzw. nicht angepasster Geschwindigkeit. Dabei geht es nicht nur um das deutliche Überschreiten der vorgeschriebenen Außerortsgeschwindigkeit. Rasen bedeutet auch zu schnelles Fahren an Kindergärten, Schulen und Seniorenwohnheimen.

„Wir haben im Saarland in der Vergangenheit umfassende Anstrengungen unternommen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Trotz und gerade wegen erkennbarer Sicherheitsgewinne bleibt die Verkehrssicherheitsarbeit im Saarland eine Daueraufgabe und ein Schwerpunkt im Bereich der Inneren Sicherheit”, so der Minister. „Polizei und andere Verkehrssicherheitsträger sind deshalb auch künftig gefordert, an die Verkehrssicherheitsbedürfnisse angepasste präventive und repressive Handlungs- und Einsatzkonzepte zu entwickeln und umzusetzen.”


Internet: http://www.cop2cop.de/2010/03/24/verkehrsunfallbilanz-2009/