Start der Motorradsaison: „Kommen Sie sicher an!”
22. März 2010 | Themenbereich: Motorrad, Sachsen-Anhalt | Druckenemeinsam mit dem Vorsitzenden des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Reinhard Manlik, hat Innenminister Holger Hövelmann (SPD) heute auf dem Flugplatz Magdeburg symbolisch den Auftakt in die Motorradsaison gestartet. Der Innenminister hatte eigens für diesen Anlass seinen Anzug gegen eine Motorrad-Schutzkleidung der Polizei getauscht und sich als Inhaber eines Motorradführerscheins in den Sattel gesetzt. Doch das Vergnügen, selbst einmal den frischen Fahrtwind auf der Maschine zu spüren, war nicht der vordringliche Anlass für die gemeinsame Aktion, die auch von Motorrad-Hersteller BMW unterstützt wurde. Getreu dem Motto „Haben Sie Spaß, und kommen Sie sicher an!” lag es Hövelmann und Manlik am Herzen, vor den Gefahren des bevorstehenden Saisonauftakts zu warnen.
Innenminister Hövelmann: „Neben der ohnehin bereits größeren Gefahr für Motorradfahrer, bei einem Verkehrsunfall erheblich verletzt zu werden, birgt der Saisonauftakt noch einmal ein zusätzliches Risiko. Die Biker müssen sich nach der Winterpause zunächst wieder an ihre Maschinen gewöhnen und die anderen Verkehrsteilnehmer daran, dass die motori-sierten Zweiräder wieder zum Straßenbild gehören.”
So kam es in den späten Nachmittagsstunden des vergangenen Freitags bereits zu einem ersten tragischen Verkehrsunfall. Ein 32-jähriger Motorradfahrer kam auf der B 80 im Landkreis Mansfeld-Südharz aus bisher ungeklärter Ursache mit seiner Maschine ins Schleudern und kollidierte mit der Leitplanke. Der junge Mann verstarb noch an der Unfallstelle.
Der Vorsitzende des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Reinhard Manlik, rät deshalb den Motorradfahrern, sich unbedingt eine „Aufwärmphase” zu gönnen. Der Experte: „Generell empfehle ich ein Sicherheitstraining. Wer sich nicht dafür entscheidet, sollte aber auf jeden Fall kleinere Fahrübungen wie Kreis- und Slalomfahren sowie Bremsübungen jenseits von befahrenen Straßen, zum Beispiel auf leeren Großparkplätzen, machen.” Das allein sei aber noch lange nicht ausreichend, so Manlik weiter, „denn zu einer verantwortungsbewussten Vorbereitung gehöre in jedem Fall auch eine technische Überprüfung des Fahrzeugs.”
So sind unter anderem Beleuchtung, Bremsbeläge, -flüssigkeitstand, -leitungen sowie der Reifendruck zu prüfen und die Kette zu schmieren. Auch das Reifenprofil sollte unter die Lupe genommen werden und mindestens zwei Millimeter aufweisen.
Manlik: „Wenn die Technik einwandfrei ist und sich das Fahrgefühl wieder eingestellt hat, steht einer ersten Ausfahrt nichts mehr im Weg.”
Daran anknüpfend bat Innenminister Hövelmann die Kradfahrer zu beherzigen, dass sich alle anderen Verkehrsteilnehmer auch erst auf die neue Situation einstellen müssen. Das Erkennen der Kradfahrer, das richtige Einschätzen ihrer Geschwindigkeiten und ihres Beschleunigungsvermögens brauche laut Hövelmann ebenso etwas Übung und Zeit.
Zugleich machte er aber auch darauf aufmerksam, dass sich die Gefahren eines Unfalls nach dem Saisonbeginn nicht automatisch minimieren und erinnerte an die permanent im Straßenverkehr gültige Grundregel der ständigen Vorsicht und gegenseitigen Rücksichtnahme. Dies ist schon alleine mit einem Blick auf die Statistik angebracht. So wurden im vergangenen Jahr auf den Straßen Sachsen-Anhalts bei Verkehrsunfällen mit motorisierten Zweirädern insgesamt 31 Personen getötet (18,9 Prozent des Gesamtanteils der im Straßenverkehr Getöteten) und weitere 719 Verkehrsteilnehmer zum Teil schwer verletzt.
Holger Hövelmann machte in diesem Zusammenhang auf die Vielzahl polizeilicher Aktivitäten zur Unfallprävention aufmerksam. Einen besonderen Stellenwert nimmt auch in diesem Jahr die Fortführung der länderübergreifenden Verkehrssicherheitsaktion „Sicher durch den Harz” ein. Innenminister Hövelmann: „Landschaftlich schöne und kurvenreiche Strecken geben einer Spritztour einen ganz besonderen Reiz, doch leider verleiten solche Streckenabschnitte auch einige Unbelehrbare zu riskanten Fahrweisen. Die Polizei wird deshalb auch künftig Verkehrskontrollen durchführen und so die ‚Schwarzen Schafe’ unter den motorisierten Zweiradfreunden konsequent zur Verantwortung ziehen. Denn wir wollen, dass jeder sicher ankommt.”


