Gewalt an Schulen nimmt zu

12. März 2010 | Themenbereich: Berlin, Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die gestern von der Senatsbildungsverwaltung vorgelegten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Hausintern wurden 1871 Gewaltvorfälle gemeldet. Doch das Dunkelfeld ist immer noch groß. Und schon im vergangenen Jahr wurden verschiedene Schulleiter angehalten, nicht mehr jeden “kleineren” Gewaltvorfall zu melden.

Diese neue Linie wird von der DPolG Berlin scharf kritisiert. Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der DPolG Berlin: „Bei rund 1500 Schulen aller Art in Berlin kann sich jeder Fünftklässler selbst ausrechnen, dass es wohl jährlich mehr als eine Gewalttat in Schulen geben wird. Rea-listisch ist täglich eine Gewalttat – darum sind die Zahlen nur die Spitze des Eisbergs!”

In den vergangenen Jahren wurde zum Thema Gewalt an Schulen etliches getan. So sind die Präventionsbeauftragten der Polizei zum anerkannten und verlässlichen Partner der Schulen geworden, das Buddy-Projekt an Grundschulen beginnt zu greifen. Trotzdem kritisiert der Landeschef der DPolG diese Politik der Minischritte: „Wir fordern schon seit Jahren einen gemeinsamen Erlass von Schulsenator, Innensenator und Justizsenatorin zum Thema nach dem Vorbild von Niedersachsen.” Dort werden die Zusammenarbeit der Ressorts zur Schulgewalt und die genaue Anzeigeverpflichtung in bestimmten Fällen geregelt.

Viele Berliner Lehrer und Schulleiter sind bei Gewaltvorfällen schlicht überfordert. Pfalzgraf: „Der Senat verlässt sich bei den Fortbildungsangeboten auf freie Träger und die politischen Stiftungen. Auch die Ausbildungsinhalte von Junglehrern sind noch nicht optimal. Die Kolleginnen fühlen sich allein gelassen, wir brauchen dringend auch eine massive Fortbildungsinitiative zum Umgang mit Gewalt an Schulen!”

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