„Polizist – kein Beruf wie jeder andere!”

12. März 2010 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz, Niedersachsen | Drucken

2. Expertentagung des Sozialfonds der Polizei e.V. und der DPolG Niedersachsen am 21. April 2010, 14.00 Uhr, in Hannover

Polizistinnen und Polizisten sind vielen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt, die es so in keinem anderen Beruf gibt. Im Schichtdienst sind tägliche Wechsel zwischen Früh-, Spät und Nachtdiensten die Regel, bis zu 12 Stunden tägliche Arbeitszeiten nicht selten. Kurze Ruhephasen zwischen zwei Schichten erschweren die Erholung und die Belastungen durch Sondereinsätze erlauben oftmals keine planbare Freizeit. Die Beamtinnen und Beamten sind zusätzlich durch Großeinsätze belastet und gehen dabei an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Immer mehr werden Polizisten selbst zu Opfern psychischer und physischer Gewalt; traumatisierende Erlebnisse führen zu Schlaflosigkeit und Streß und bergen die Gefahr alkoholkrank oder medikamentenabhängig zu werden.

Diese Belastungen haben negative Auswirkungen auf die Gesundheit, auf das Leistungsvermögen, aber auch auf den familiären und sozialen Bereich. Spürbar ist: Jahrzehntelange Tätigkeit im Wechselschichtdienst geht nicht spurlos an den Beschäftigten vorbei. Hier muss eine besondere Gesundheitsprävention entgegen wirken.

Um dazu belastbare Daten zu erhalten, hat der Sozialfonds der Polizei e.V., zusammen mit der Deutschen Polizeigewerkschaft Niedersachsen den Fachbereich Arbeitsschutz der Uni Göttingen beauftragt, eine Studie durchzuführen. Innenminister Uwe Schünemann unterstützt dieses Projekt seit Beginn und das Ministerium hat neben administrativen Mitwirkungen auch finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.

Jetzt liegt das Ergebnis der Studie vor und die Leiterin des Projektes, Frau Dr. Heutelbeck, wird in dieser Tagung die daraus resultierenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und einen Vergleich mit Belastungen anderer Berufsgruppen vorstellen.

Neben persönlichen Berichten betroffener Beamtinnen und Beamten wird Innenminister Schünemann einen Impulsvortrag aus Sicht des Dienstherrn halten.

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