Juristenausbildung stärker europäisieren

10. März 2010 | Themenbereich: Justiz, Thüringen | Drucken

“Wir brauchen in der Justiz nicht nur einige wenige Europaspezialisten, sondern im Gemeinschaftsrecht ausgebildete und einsatzfähige “Europajuristen” sagte der Thüringer Justizminister gestern vor fast 200 Europaexperten. Aus seiner Sicht gibt es Europafortbildungen und Seminarangebote in großem Umfang. Jedoch fokussieren sie stark institutionelle Fragen. Wünschenswert wären darüber hinaus auch Qualifizierungen zu fachpolitischen Schwerpunkten.

In seiner Rede im Rahmen einer Veranstaltung der europapolitischen Informationsnetzwerke in Deutschland wies Dr. Poppenhäger auf die Notwendigkeit einer umfassenden Europäisierung der Juristenaus- und Fortbildung hin: „Der Rechtsraum Europa ist ein Zugewinn für die Bürgerinnen und Bürger. Die europäische Grundrechtecharta als Bestandteil des Lissabonner Vertrages ist der modernste Grundrechtskatalog der Welt und in einigen Artikeln auch weitreichender als das Grundgesetz. Zahlreiche soziale Rechtsgarantien, umfangreiche Antidiskriminierungsbestimmungen und der Schutz besonders schützenswerter Personengruppen, wie z. B. Kinder und ältere Menschen, sind die großen Vorteile dieses europäischen Vertrages.”

Konkret an die zahlreichen Vertreter/-innen der europapolitischen Netzwerke in Deutschland richtet Justizminister Dr. Poppenhäger seinen Vorschlag, sich mit ihren Fort- und Weiterbildungsangeboten ganz speziell auch auf den Justizbereich zu spezialisieren.

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