Gesundheitlichen Bevölkerungsschutz vorantreiben

8. März 2010 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Mit dem Ziel, Ideen, Vorstellungen und Perspektiven für das zukünftige Bildungsmanagement im Gesundheitlichen Bevölkerungsschutz zu entwickeln, trafen sich in Februar Experten aus Bund, Ländern, Hochschulen und Fachinstituten, der öffentlichen Gesundheitsverwaltung sowie dem Rettungsdienst zu einem zweitägigen Gedankenaustausch. Veranstalter war die Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des BBK.

Unmittelbarer Ausgangspunkt des Workshops bildete die von der AKNZ vorgestellte Arbeitsplanung / Zielsetzung 2011 zur Weiterentwicklung des Aus- und Fortbildungskonzeptes „Gesundheitswesen” und „Katastrophenmedizin”.

Diese sieht folgende Schwerpunkte vor:

  • Konzentration auf Multiplikatoren/ Schlüsselfunktionsträger („Funktionseliten”) als Zielgruppen
  • noch intensivere Zusammenarbeit mit repräsentativen Fachbehörden und -institutionen in Experten-Workshops mit Spezialthemen
  • Fortbildung und Training der fachdienst- und fachressortübergreifenden Zusammenarbeit an den Schnittstellen Feuerwehr/Rettungsdienst/Krankenhaus und Öffentlichem Gesundheitsdienst
  • Spezialseminare Krankenhaus-Alarmplanung für externe Gefahrenlagen mit Massenanfall von verletzten (MANV), speziell in chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen (CBRN)-Gefahrenlagen: Unterstützung durch standardisierte Ausbildungs-Unterlagen
  • Einbindung von E-learning (elektronisch unterstütztes Lernen) / Blended learning (integriertes Lernen).

Zusätzliche wurden bei der Tagung Impulsreferate zur Umsetzung des Curriculums (Lehrplans) für die katastrophenmedizinische Hochschulausbildung, das gemeinsam von der Schutzkommission, der Deutschen Gesellschaft für KatastrophenMedizin (DGKM) und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfohlenen wird, angeboten. Weitere Themen waren die Einbindung von E-learning / Blended learning in der Fortbildung von Führungskräften des präklinischen und klinischen Managements sowie die grundlegenden Anforderungen an die ärztliche Fortbildung für Einsätze in CBRN-Gefahrenlagen.

Der Informations- und Erfahrungsaustausch zur Umsetzung des Curriculums „Katastrophenmedizin” in der Medizinausbildung an den Universitäten zeigte, dass dieser Ansatz für die frühe Sensibilisierung und Etablierung dieses Faches wesentlich ist. Es wurden methodisch-didaktische Ansätze diskutiert, mit denen man Studenten stärker für dieses derzeit als freiwilliges Wahlfach angebotene Fachgebiet motivieren kann.

Zur Integration von E-learning / Blended learning in die Aus- und Fortbildung von Führungskräften in den katastrophenmedizinischen Bereichen wurde ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes laufendes Verbundforschungsprojekt (VoTeKK) vorgestellt. Das anvisierte Ziel dieser internetbasierten Plattform ist, solche Lehrpläne für die Zielgruppen zu entwickeln, die durch die Kombination von E-learning-Angeboten und Präsenzveranstaltungen zu einem höheren Praxis- und Übungsanteil führen können. Das Vorhaben wurde von den Workshopsteilnehmern und -teilnehmerinnen als anspruchsvoll charakterisiert. Betont wurde zugleich, dass die Umsetzung des Projektes in hohem Maße von interdisziplinärer Kooperation abhängt.

Ein zur Diskussion gestellter Curriculumentwurf für die Zielgruppe Ärzte im Rettungsdienst (Notärzte, Leitende Notärzte) für außergewöhnliche Gefahrenlagen mit MANV und CBRN-Freisetzungen sollte aus Sicht der Experten aufgegriffen und evaluiert werden. Diese Notwendigkeit für die verstärkte ärztliche Ausbildung mit Praxistraining konstatierte bereits die Schutzkommission in ihrem Gutachten von 2008.

Die Erwartungen an die AKNZ laufen darauf hinaus, die Akademie im BBK als Plattform des wissenschaftlichen Austauschs in der Aus- und Fortbildung und zur Erprobung und Evaluierung von Lehrplänen und Spezialthemen in Pilotseminaren auf dem Gebiet des Bildungsmanagements im Gesundheitlichen Bevölkerungsschutz weiter auszubauen.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.