Präventionskonzept „GURTE RETTEN LEBEN”
5. März 2010 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Verkehr | Drucken„Für mich ist völlig unverständlich, dass nach wie vor viele Autofahrer den Sicherheitsgurt nicht anlegen und damit schwerste und tödliche Verletzungen bei einem Unfall in Kauf nehmen. Letztes Jahr waren in Baden-Württemberg 70 Menschen, die bei einem Unfall sterben mussten, nicht angeschnallt, darunter 22 junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren”, sagte der Inspekteur der Polizei Baden-Württemberg, Dieter Schneider, bei der Vorstellung des landesweiten Präventionskonzepts „GURTE RETTEN LEBEN” am Berufsschulzentrum Schwäbisch Gmünd.
Unfallursachen wie überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit oder Vorfahrtsverletzungen seien zwar in erster Linie verantwortlich für das Unfallgeschehen. Die schwerwiegenden Folgen für die Insassen könnten jedoch mit einfachsten Mitteln reduziert werden. Die heutige Fahrzeuggeneration verfüge über hohe Sicherheitspotentiale, die allerdings auch genutzt werden müssten. „Da nützt es nichts, wenn ein Fahrzeug über zehn Airbags verfügt oder im Crashtest mit der Bestnote abgeschnitten hat, wenn der Gurt nicht angelegt wird. Vielfach wird offenbar vergessen, dass der richtig angelegte Sicherheitsgurt nach wie vor der Lebensretter Nummer Eins ist”, bekräftigte Schneider.
Da gerade unter den jungen Fahrern die Quote derer, die bei den tödlich verletzten Fahrern oder Mitfahrern keinen Gurt angelegt hatten, bei über 30 Prozent liege, sei das neue Konzept GURTE RETTEN LEBEN auf sie zugeschnitten. Die jungen Fahranfänger würden hier gezielt mit Fotowettbewerben oder eigenen Beiträgen an Infoständen zum aktiven Mitmachen animiert. Durch die kreative Beschäftigung mit diesem Thema, würde das Bewusstsein für den Sicherheitsgurt gesteigert. Das Konzept setze dabei auf positive Botschaften und nicht auf abschreckende Bilder oder Videos. Nach erfolgreichen Testläufen im Bereich Aalen und beim letztjährigen Landestag der Verkehrssicherheit in Ulm werde das Konzept nun landesweit umgesetzt. Unterstützt werde das Konzept durch die Unfallkasse Baden-Württemberg, den ADAC Württemberg und den Gurthersteller TRW Automotive.
Gurtmuffel gebe es leider in allen Altersgruppen immer noch viel zu viele. Bei der letzten landesweiten Gurtkontrollaktion vom 15. bis 21.02.2010 seien von der Polizei 8.806 Gurtverstöße festgestellt worden. In 338 Fällen seien Kinder nicht oder nicht richtig gesichert worden. „Dieses Ergebnis einer Woche ist erschreckend und kann nicht akzeptiert werden. Wir werden neben den Kontrollen im täglichen Dienst auch weiterhin landesweit und bundesweit abgestimmte Schwerpunktkontrollen durchführen”, kündigte der Inspekteur der Polizei an.


