Wirtschaftskriminalität intern noch stärker bekämpfen

4. März 2010 | Themenbereich: Kriminalität, Schleswig-Holstein | Drucken

Innenminister Klaus Schlie hat die mittelständischen Unternehmen im Lande aufgerufen, ihre Anstrengungen zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität weiter zu verstärken. „”Unsere Mittelständler sollten sich an der professionellen Prävention, Kontrolle und Aufklärung großer Konzerne orientieren”", sagte Schlie auf einer Veranstaltung des Unternehmensverbandes Ostholstein/Plön in Eutin (Kreis Ostholstein). Nur wenige mittlere Unternehmen würden ihr Wissen ausreichend schützen. Der Mittelstand sei wegen seiner Innovationskraft eine attraktive Zielscheibe für Wirtschaftskriminelle.

Prävention ist nach Überzeugung des Ministers das wirksamste Mittel gegen Wirtschaftskriminalität. „”Es muss nach dem Grundsatz gehandelt werden: Kontrolle wo nötig, Vertrauen wo möglich”", sagte Schlie. Das so genannte Wistleblowing, also die Etablierung spezieller Hinweisgebersysteme zur Enthüllung nicht tolerierbarer Missstände, sei ebenso wichtig, wie klar festgelegte Verhaltensstandards, interne Richtlinien und Kontrollen.

In Schleswig-Holstein entstand 2008 ein Gesamtschaden durch Wirtschaftskriminalität in Höhe von rund 68 Millionen Euro, obwohl der Anteil der Wirtschaftskriminalität an allen Straftaten nur knapp ein Prozent betrug. Bei diesen Berechnungen des Landeskriminalamtes handelt es sich um Fälle, die den Ermittlungsbehörden bekannt wurden. Das Dunkelfeld ist nach Einschätzung der Fachleute deutlich höher.

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