Türkisch-deutsche Rauschgifthändlerorganisation zerschlagen
1. März 2010 | Themenbereich: Kriminalität, Niedersachsen | DruckenNach 13 Festnahmen und der Beschlagnahme von mehr als 100 Kilogramm Heroin am 24. Dezember 2009 in Istanbul/Türkei durch die türkische Polizei haben Beamte der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) am Mittwoch, dem 24. Februar 2010, insgesamt 5 mutmaßliche Abnehmer des Rauschgifts in Hannover und Oberbayern festgenommen.
Die GER, die aus Beamten des LKA Niedersachsen und des Zollfahndungsamts Hannover besteht, hatte in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Hannover – Zentralstelle für Betäubungsmittelstrafsachen – seit Ende Oktober 2009 gegen eine Gruppierung aus dem Raum Hannover ermittelt, deren Mitglieder aus der Türkei stammen, zum Teil jedoch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
Die Ermittler fanden durch umfangreiche verdeckte Maßnahmen heraus, dass die Heroinhändlerbande aus Hannover seit November 2009 eine größere Rauschgiftlieferung aus der Türkei erwartete, deren tatsächliche Ankunft dann von einem Mittelsmann für Mitte Dezember angekündigt wurde. Trotz aller Bemühungen der Täter, die Vorabsprachen für die geplante Lieferung vor den Strafverfolgungsbehörden zu verschleiern, war den Fahndern kurz vor dem Weihnachtsfest 2009 klar, dass die avisierten 100 Kilogramm Heroin mittels Lkw nach Deutschland geschmuggelt werden sollten.
Unabhängig von den in Deutschland geführten Ermittlungen stellte die türkische Polizei in Istanbul am 24. Dezember 2009 einen zur Tarnung mit Zitronen beladenen Kühl-Lkw sicher, in dessen Isolierwänden insgesamt 100,6 Kilogramm hochwertiges Heroin aufgefunden wurde. In der Türkei wurden in diesem Zusammenhang anschließend 13 Festnahmen durchgeführt, die sich u.a. auch auf Personen erstreckten, die für die Einfuhr von Rohopium aus Afghanistan über den Iran in die Türkei zuständig waren.
Obwohl die für den Raum Hannover geplante Rauschgiftlieferung damit geplatzt war, wurden die hiesigen Ermittlungen konsequent fortgesetzt, um die in Deutschland agierende Gruppierung beweiskräftig zu überführen. Im Zuge des internationalen Informationsaustauschs haben sich zu diesem Zweck die zuständige Staatsanwältin und der Ermittlungsführer des Zollfahndungsamts Ende Januar 2010 nach Istanbul begeben, um vor Ort von den türkischen Kollegen weitere Erkenntnisse zu erlangen.
Am frühen Morgen des 24. Februar 2010 wurden in Hannover und Oberbayern zeitgleich 8 Objekte der Tatverdächtigen durchsucht, die nach dem vorliegenden Ermittlungsstand als Abnehmer und Zwischenhändler der 100 Kilogramm aus dem Kühl-Lkw anzusehen sind und die für die beschlagnahmte Lieferung teilweise schon beträchtliche finanzielle Vorleistungen erbracht hatten.
In diesem Zusammenhang wurden 4 Haftbefehle in Hannover gegen drei Restaurant- bzw. Grill-/Imbißbetreiber im Alter von 38, 42 und 45 Jahren sowie einen arbeitslosen 38-jährigen türkischen Staatsangehörigen vollstreckt. In Oberbayern wurde ein 43-jähriger KFZ-Händler festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Rauschgift wurde dabei nicht aufgefunden. Andere in diesem Zusammenhang sichergestellte Unterlagen und Gegenstände müssen noch ausgewertet werden.
Weiterhin konnten 50.000 Euro Bargeld beschlagnahmt werden.
Herausgeber:
Zollfahndungsamt Hannover


