JVA Görlitz war Kulisse für Berlinale-Preisträger

27. Februar 2010 | Themenbereich: Sachsen, Strafvollzug | Drucken

Florian Schewes Film „Lebendkontrolle” gewann bei den 60. Internationalen Filmfestspielen in Berlin den Preis des Deutsch-Französischen Jugendwerks „Dialogue en perspective”. Der in der Kategorie Perspektive Deutsches Kino ausgezeichnete Film entstand in Zusammenarbeit der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf” und der Justizvollzugsanstalt Görlitz, die einen Hafttrakt für die Filmaufnahmen zur Verfügung stellte. Gedreht wurde im Juli 2009 unter der Beteiligung von 20 Strafgefangenen und vier Bedienstenten der Justizvollzugsanstalt. Auch der legendäre Bodyguard und Freund von Udo Lindenberg, Eddy Kante, war als Schauspieler beteiligt.

Das Drehbuch basiert auf einer Kurzgeschichte von Clemens Meyer aus dem Band „Die Nacht, die Lichter” (I), welcher bereits 2008 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde: Mehrere Jahre sitzt Mark eine Haftstrafe ab. Die Aussicht, seine Freundin Jessica wiederzusehen, bleibt sein einziger Lichtblick. In der Nacht vor seinem lang ersehnten Hafturlaub bittet ihn sein Zellengenosse Boxer um einen Gefallen. Dieser Freundschaftsdienst führt Mark auf seinen alten Weg zurück. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Portrait eines Strafgefangenen, der während eines kurzen Aufenthalts in Freiheit an sich selbst zu zerbrechen droht.

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt: „Lebendkontrolle ist ein kraftvoller und berührender Film mit hervorragenden Schauspielern. Eine souveräne Inszenierung zieht den Zuschauer in eine differenzierte und spannend erzählte Geschichte. [...] Eine in allen Bereichen herausragende Produktion, die von den immensen Schwierigkeiten des Strafvollzuges für die Insassen und deren Angehörigen erzählt.”

Der Film soll u.a. im Programm von Radio Berlin Brandenburg (rbb) ausgestrahlt werden.
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(I) Erschienen im S. Fischer Verlag

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