Gemeinsam helfen in Haiti
26. Februar 2010 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken0 Millionen Desinfektionstabletten für Trinkwasser sowie Zelte, Feldbetten, Decken, Op-Mundschutz und Atemschutzmasken wurden vor kurzem in einer gemeinsamen Hilfsaktion des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und des Bundeslandes Hessen in das vom Erdbeben betroffene Katastrophengebiet von Haiti geliefert. Die Sendung mit rund 43 Tonnen Gewicht wurde in Kooperation mit dem in Frankfurt/Main ansässigen Verein “Luftfahrt ohne Grenzen e.V.” am 17. Februar per Frachtschiff auf den Seeweg nach Caucedo in der Dominikanischen Republik gebracht. Dort soll die Lieferung am Freitag eintreffen und per LKW weiter in das Einsatzgebiet transportiert werden.
Der Bund trägt dabei die Kosten für die Trinkwassertabletten und den gesamten Transport, das Land Hessen die Kosten für die übrigen Hilfsgüter. Die Hilfsaktion ist ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Rahmen der internationalen Katastrophenhilfe. Damit wird die bereits kurz nach dem Erdbeben in Haiti auf den Weg gebrachte deutsche Hilfe weiter ergänzt. Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) betreibt dort derzeit bereits vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen.
Nach dem schweren Erdbeben vom 12. Januar 2010 ist die Versorgung der überlebenden Menschen nach wie vor eines der Hauptprobleme. Neben der Bereitstellung von Unterkünften spielt die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser eine wichtige Rolle. Daher werden die Hilfsgüter aus Deutschland immer noch dringend benötigt. Mit den gelieferten 25 Zelten für je 20 Personen, 500 Feldbetten sowie 500 Einmaldecken können in Haiti 500 Menschen zusätzlich untergebracht werden. Mit den Trinkwassertabletten können außerdem 2 Millionen Menschen 50 Tage lang mit Trinkwasser versorgt werden.
Für den Fall, dass die öffentliche Trinkwasserversorgung großflächig und nachhaltig ausfällt, existiert in Deutschland seit über 40 Jahren eine Trinkwasser-Notversorgung des Bundes. Diese wird durch das Wassersicherstellungsgesetz (WasSG) geregelt. Es sieht die Versorgung der Bevölkerung in Großstädten und Ballungsgebieten mit Wasser direkt aus leitungsunabhängigen Brunnen vor. Das aus diesen Brunnen gelieferte Grundwasser besitzt eine gute Qualität und kann bedenkenlos über einen Zeitraum von 2 bis 4 Wochen getrunken werden. Zu diesem Zweck wird das Wasser vor der Abgabe an die Bevölkerung durch Zugabe von Chlortabletten desinfiziert. Für die 5200 Trinkwasser-Notbrunnen in der Bundesrepublik sind derzeit rund 430 Millionen solcher Desinfektionstabletten eingelagert. Aus diesem Bestand des Bundes, der vom BBK verwaltet wird, stammen die jetzt gelieferten Tabletten.
Obwohl es sich bei den für den Transport in das haitianische Katastrophengebiet vorgesehenen Tabletten aus medizinischer Sicht um ein Desinfektionsmittel zum Wohle des Menschen handelt, so gelten sie dennoch aus chemischer Sicht als Gefahrgut (Internationale Bezeichnung: UN 2456) und müssen dementsprechend sorgfältig verpackt, geliefert und bei der Anwendung dosiert werden. Die Sendung wurde daher mit Mitteln des Bundes von der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) in Mainz durch Umpacken in kleine Kartoneinheiten und Aufbringen der entsprechenden Gefahrstoffsymbole für den Lufttransport und den Einsatz in Haiti vorbereitet. Dazu wurden durch das BBK kurzfristig auch 8.000 Handzettel in englischer und französischer Sprache für die sachgerechte Anwendung der Tabletten gedruckt.
Der in Frankfurt/Main ansässige Verein “Luftfahrt ohne Grenzen” e.V. hatte dabei durch Vermittlung einer Spedition sowie Unterstützung bei der Logistik wertvolle Hilfe geleistet.


