Kriminalstatistik 2009 – Kein Grund, sich zurück zu lehnen!
25. Februar 2010 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Sachsen | DruckenDer Landesverband Sachsen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter sieht in der vom Innenministerium vorgelegten Bilanz der Polizeilichen Kriminalstatistik des Jahres 2009 das Ergebnis guter Arbeit der sächsischen Polizei bestätigt – trotz der zunehmenden Belastungen durch den Stellenabbau.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik spiegelt jedoch nicht zwangsläufig die tatsächliche Entwicklung der Kriminalität im Freistaat Sachsen wider. So beeinflussen auch Wandlungen im Anzeigeverhalten, Änderungen im Strafrecht und ein verändertes polizeilichen Kontrollsystem die Entwicklung.
Der nachlassende Verfolgungsdruck bei Straftaten, die nur durch polizeiliche Kontrollen und Ermittlung entdeckt werden (z.B. Rauschgiftdelikte), führt zu einem Rückgang der Fallzahlen in der Statistik. Wo keine Polizei ist, können solche Kriminalitätsformen nicht erkannt werden. Oberflächlich betrachtet könnte dieser Rückgang als Realität angenommen werden. Eines Tages kann es dann ein böses Erwachen aus dem Traum des vermeintlichen Kriminalitätsrückganges geben.
Der fortschreitende Stellenabbau in der Kriminalpolizei erweist sich zunehmend als Problem. Die Kommissariate der Kripo haben immer weniger Beamte, so dass Kriminalität mehr verwaltet als bekämpft wird.
Durchschnittlich werden in Sachsen pro Woche 50 bis 60 Kraftfahrzeuge gestohlen.
Die erhebliche Zunahme bei den Kfz-Diebstählen zeigt zudem, dass sich trotz einer langjährig rückläufigen Entwicklung neue Schwerpunkte bilden können, deren Bekämpfung mit immer weniger Personal zu gewährleisten ist. So wurden allein in Zittau im vergangenen Jahr 208 Kraftfahrzeuge entwendet, in Görlitz 140. Die für die Landkreise Görlitz und Bautzen zuständige Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien verzeichnete seit dem Jahr der Grenzöffnung 2007 einen Zuwachs an Kfz-Diebstählen um 267 %! Hier stößt die Polizei mit ihren durch die Staatsregierung verordneten reduzierten Ressourcen an ihre Grenzen.
Landesvorsitzender Uwe Baumert: „ Natürlich sind das regionale und temporäre Phänomene, die mit polizeilichen Mitteln zu bewältigen sind. Die Staatsregierung hält jedoch unbeirrt am Stellenabbau fest und schwächt somit zunehmend die personelle Basis der Polizei und schränkt deren Reaktionsmöglichkeiten ein. ”
Von: Uwe Baumert


