Zusammenarbeit aller Akteure muss trainiert werden

24. Februar 2010 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Noch 488 Tage, dann soll es in Deutschland wieder ein „Sommermärchen” geben. Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 steht vor der Tür und in punkto Sicherheit ist eine gute Vorbereitung das A und O, darüber waren sich die drei Expertinnen der Podiumsdiskussion am Montagabend einig. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hatte im Rahmen eines Fachkongresses nach Bad Neuenahr-Ahrweiler eingeladen, um über das Thema „Sicherheit bei Großveranstaltungen” zu diskutieren.

Bei Großereignissen wie der Frauen-Fußball WM sind Schadensszenarien mit einem Massenanfall von Verletzten nie ganz auszuschließen. Deshalb müssen gute Gefahrenabwehrkonzepte vorbereitet werden. Henriette Reker, Leiterin des Krisenstabs der Stadt Gelsenkirchen, konnte aus ihren Erfahrungen bei der WM 2006 berichten, wie wichtig es ist, dass die Zusammenarbeit aller Beteiligten im Vorfeld geübt wird. Nur so können Behörden, Hilfsorganisationen und Krankenhäuser im Ernstfall optimal reagieren. Auf Erfahrungen von 2006 kann auch Sabine Voss, Leiterin der hauptamtlichen Feuerwehrwache Dormagen, zurückgreifen. Sie forderte, dass ein Mindeststandard bei der nicht-polizeilichen Sicherheit festgelegt wird, damit alle neun Austragungsorte 2011 ein einheitliches Gefahrenabwehrkonzept vorweisen können. Bestehende Sicherheitskonzepte könnten genutzt, müssten aber angepasst werden, meinte Voss. Sie betonte, dass Hinweise auf Terrorgefahren nicht vorlägen.

Eva Morlok, tätig in der DFB-Hauptabteilung Prävention und Sicherheit, erwartet ein familiäreres Publikum als bei den Länderspielen der Herren. Die Sicherheitskonzepte müssen also auch eine andere Besucherklientel berücksichtigen. Wenn mehr Familien mit Kindern zu den Spielen kommen, dann stellt das die Gefahrenabwehrbehörden vor andere Herausforderungen. Henriette Reker nannte ein Beispiel: „Es muss diesmal keine Ausnüchterungsstellen geben, dafür aber Sammelstellen für verloren gegangene Kinder”. Unterstützung soll eine große Anzahl Ehrenamtlicher leisten, ohne die der Bevölkerungsschutz undenkbar wäre. Bei der WM 2006 standen über 150.000 freiwillige Helferinnen und Helfer zur Verfügung. Auch für 2011 zeichnet sich eine hohe Bereitschaft Ehrenamtlicher ab, berichtete Eva Morlok.

Was in Sachen Sicherheit bis zur Frauen-Fußball WM in Deutschland noch zu tun ist, wurde gestern eifrig diskutiert. Gefahrenabwehrbehörden und Hilfsorganisationen bereiten sich vor, damit es dann getreu dem offiziellen Slogan der WM heißen kann: „20ELF von seiner schönsten Seite!”

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